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Ein großer Verkehrsverbund für Ostsachsen: ZVON stimmt Fusion mit VVO zu

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Der Verkehrsverbund ZVON hat der Fusion mit dem VVO zugestimmt. Die Verbandsversammlung billigte heute mit Zweidrittel-Mehrheit die Verschmelzung zu einem Verkehrsverbund Ostsachsen – die Stadt Görlitz enthielt sich. Zuvor hatten die Kreistage Bautzen und Görlitz den Anschluss-Antrag bestätigt. Dagegen lehnte der Stadtrat Görlitz ab.

Mit der Fusion, die noch vom VVO und dessen Mitgliedern (Dresden, Kreis Meißen, Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge)  beschlossen werden muss, wird der Weg frei für ein einheitliches Tarifsystem und den Fall der Tarifgrenze in der Oberlausitz. Sie verläuft durch den Landkreis Bautzen. Im östlichen Teil gilt der ZVON- und im westlichen Teil der VVO-Tarif. Das bedeutet für Fahrgäste, dass sie mitunter zwei oder drei Fahrkarten lösen müssen.

Der Bautzener Landrat Udo Witschas äußerte die Hoffnung, dass in einem großen Verkehrsverbund der ländliche Raum gestärkt wird. Sein Görlitzer Amtskollege Stephan Meyer verwies auf den Erhalt der grenzübergreifenden Verkehrsangebote und den Erhalt der Schmalspurbahnen. Er könne aber auch Bedenken nachvollziehen. In Görlitz wird befürchtet, dass die Fahrpreise durch die Angleichung der beiden Tarifmodelle erheblich steigen könnten. Die Stadt werde aber den Fusionsprozess konstruktiv begleiten. Deshalb enthielt sich Oberbürgermeister Octavian Ursu der Stimme. „Wir bleiben Partner.“

Die Fusion soll am 1. Januar kommenden Jahres vollzogen werden. Dann wird ein einheitlicher Verkehrsraum mit rund 1,6 Millionen Einwohnern entstehen. Das Land vergoldet die Verbands-Ehe mit einer Mitgift von vier Millionen Euro.