DVB: warum jetzt verstärkte Ticketkontrollen kommen
Die Dresdner Verkehrsbetriebe sagen Schwarzfahrern den Kampf an. Ab nächster Woche werden die Fahrscheinkontrollen in Bussen und Bahnen verstärkt. Speziell geschulte Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma kommen dabei zum Einsatz und werden bei größeren Aktionen auch von der Polizei unterstützt.
Im Schnitt soll deshalb jeder Fahrgast künftig ein Mal pro Quartal kontrolliert werden, so ein interner Richtwert. Die Kontrolleure werden künftig auch wieder mehr am Wochenende und in den Abendstunden in den Bussen und Bahnen unterwegs sein.
Die Kontrollen wurden zur Kontaktvermeidung mit Beginn der Corona-Pandemie 2019 reduziert. Im Zuge der Rückkehr von Fahrgästen in den ÖPNV – inzwischen nutzen sogar noch mehr Menschen Bus und Bahn als vor der Pandemie – werden die Fahrscheinkontrollen jetzt wieder intensiviert. Auch größere Kontrollen an Haltestellen sind geplant – die erste am 24. Juni.
Schwarzfahren ist (immer noch) kein Kavaliersdelikt
Mit den verstärkten Ticketkontrollen folgt die DVB einer Forderung des Dresdner Stadtrates zur Sicherung der ihr zustehenden Einnahmen aus dem Ticketverkauf. Wie bundesweit allen größeren Verkehrsunternehmen gehen auch der DVB durch Schwarzfahrer jährlich Einnahmen in Millionenhöhe verloren. Die fehlenden Einnahmen müssen von den ehrlichen Fahrgästen über weiter steigende Tarife und einen Zuschuss aus der Stadtkasse ausgeglichen werden.
Zwar bleibt die Rate der in Dresden ertappten Schwarzfahrer mit 2,5 bis 3 Prozent seit Jahren stabil. Dennoch kommen bei nur 2,5 Prozent Schwarzfahrern unter den zuletzt 183 Millionen DVB-Fahrgästen hochgerechnet etwa 4,6 Millionen Fahrgäste zusammen, die 2024 ohne gültiges Ticket mitfuhren – ein enormer unternehmerischer und gesellschaftlicher Schaden. Nicht umsonst steht das Schwarzfahren als „Erschleichung von Leistungen“ bundesweit immer noch auf der Liste der Straftaten.
Suche nach notorischen Schwarzfahrern
Auch dank des Deutschlandtickets führen weiter steigende Fahrgastzahlen im ÖPNV bei gleichbleibender Rate automatisch zu mehr Schwarzfahrten und damit höheren Einnahmeausfällen. Dem soll Einhalt geboten werden. Bei den Kontrollen geht es aber nicht darum, sozial benachteiligte Menschen verstärkt ins Visier zu nehmen oder gar vor Gericht anzuklagen – für diese gibt es die trotz Preissteigerung immer noch günstigen Tickets über den Dresden-Pass. Vielmehr sollen die notorischen schwarzen Schafe aufgespürt und sanktioniert werden.
