- Wehrmachtsfans zogen am Männertag mit Kübelwagen und Reichsflagge durch Sachsen.
Reichsflaggen-Fahrt und Rassismus-Skandal am Männertag
Tausende haben am Donnerstag in der Dresdner Region Christi Himmelfahrt gefeiert - ob mit Bollerwagen oder zu Fuß. Die ausgelassene Stimmung wurde jedoch auch durch rassistische Parolen getrübt.
Videoaufnahmen in sozialen Netzwerken zeigen, wie eine große Männergruppe lautstark am Japanischen Palais auf Neustädter Seite „Ausländer raus“-Parolen brüllte, auch der Hitlergruß wurde gezeigt. Wie uns die Polizei auf Nachfrage bestätigte, sei der Sachverhalt bekannt. Die Ermittlungen wurden aufgenommen.
Eine Bilanz zum Polizeieinsatz rund um den Männertag wird am Freitagvormittag erwartet.
Wehrmacht-Fans fahren durch Sächsische Schweiz
Wie unser Reporter berichtet, waren auch Anhänger der Wehrmacht mit einem Kübelwagen und einer Reichsflagge unterwegs. Sie fuhren von Glashütte Richtung Sächsische Schweiz. Neben dem offiziellen Kennzeichen mit der Ortskennung von Dippoldiswalde war an dem Kübelwagen ein nachgeahmtes Kennzeichen der Wehrmacht mit den Initialen „WH 140687“ angebracht. WH bezeichnete im Dritten Reich die Fahrzeuge des Heers der Wehrmacht.
Am Männertag vergangenen Jahres hatte die Polizei das Fahrzeug nach rassistischen Rufen der Insassen gestoppt.
Feuerwehr spricht von „ruhigen“ Einsatzgeschehen
Für die Dresdner Feuerwehr verlief Christi Himmelfahrt hingegen den Angaben zufolge moderat. Sie wurde zu insgesamt fünf Brandeinsätzen alarmiert.
In der Nacht kam es unter anderem zu Bränden von Müllcontainern, die glücklicherweise schnell gelöscht werden konnten.
Der Rettungsdienst hingegen hatte alle Hände voll zu tun: "Wie zu erwarten war, kam es im Verlauf des Tages zu typischen Einsatzindikationen im Zusammenhang mit erhöhtem Alkoholkonsum. So mussten unter anderem mehrere Patientinnen und Patienten mit Alkoholvergiftungen sowie Verletzungen infolge von Stürzen oder nach körperlichen Auseinandersetzungen medizinisch versorgt werden", heißt es in einer Mitteilung. Insgesamt lag das Einsatzaufkommen auf Niveau des Vorjahres.
