Dresden feiert 100 Jahre Arnhold-Bad
Dresdens bekanntestes Frei- und Hallenbad, das Georg-Arnhold-Bad, begeht in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Das wird mit einem umfangreichen Festprogramm gebührend gefeiert.
Für die Besucher gibt es unter anderem Führungen, Saunanächte und Aquafitness mit professionellen Trainern. Am 27. Mai, genau 100 Jahre nach der offiziellen Einweihung, ist eine Feierstunde geplant - und am darauffolgenden Jubiläumswochenende steigt dann ein großes Piratenfest.
Das ursprüngliche Freibad stiftete damals der jüdische Bankier Georg Arnhold der Stadt Dresden. 1994 wurde es saniert und umgebaut. Dabei wurde das geteilte 100-Meter-Becken entfernt und durch kleinere Becken ersetzt. Am 12. Juni 1995 erfolgte die Wiedereröffnung. Am Umbau beteiligten sich die Enkel des Erbauers, Gerard und Henry Arnhold, mit einem finanziellen Anteil von 5 Millionen Mark.
Das Amt für Kultur und Denkmalschutz Dresdens stuft das Georg-Arnhold-Bad zusammen mit dem Brunnenhof, zwei Torhäusern und Stelen als Kulturdenkmal ein.

Es gibt noch rund 150 Nachfahren der berühmten jüdischen Dresdner Bankiers-Familie in der ganzen Welt verstreut - in den USA, Brasilien, Großbritannien und der Schweiz. Ihnen ist es auch zu verdanken, dass Dresden ein neues internationales Begegnungszentrum bekommt. Das sogenannte "Haus der Brücke" in der Rähnitzgasse soll sprichwörtlich "Brücken zwischen Kulturen und Religionen bauen", so Steven Schaefer, Ururenkel von Georg Arnhold.
Georg Arnhold führte seit 1881 mit seinem Bruder Max das Bankhaus Gebrüder Arnhold, das im Nazi-Regime enteignet und der Dresdner Bank zugeschlagen wurde. Das Bankhaus war in den Dreißiger Jahren eine der führenden Privatbanken Deutschlands. Über die Jahrzehnte wurde die Familie Stück für Stück für die Enteignungen entschädigt. "Jedes Mal wenn wir etwas zurück bekamen, wollten wir was an Dresden abgeben", so Steven Schaefer.
2025 spendeten sie 1,9 Millionen Euro für das ehemalige Kunsthaus in der Rähnitzgasse, das in die sanierte Robotron-Kantine umzieht. Dafür wurde Platz für das Begegnungszentrum "Haus der Brücke". Das Geld wird für den Umbau und die Sanierung beider Objekte eingesetzt.

Über das Arnhold-Bad
Das beliebte Familienbad im Dresdner Stadtzentrum grenzt direkt an den Großen Garten. Es verfügt über einen großzügigen Umkleide- und Sanitärbereich und ist komplett barrierefrei. Die Gäste können in der Halle im 25-Meter-Becken schwimmen oder im 250 Quadratmeter großen Erlebnisbecken baden.
Wer es schnell mag, kann den Rutschenturm besteigen und sich von oben durch die Röhre auf eine wilde Fahrt hinab begeben. Die Rutschpartie wird nicht nur durch die Effektbeleuchtung zum Riesenspaß, sie ist mit 86 Metern auch die längste ihrer Art in Dresden. Mehrere Attraktionen lassen in der Schwimmhalle keine Langeweile aufkommen. Für die Kleinen gibt es ein separates Planschbecken mit Minirutsche. In der Saunalandschaft „Schwitzen zwischen Alten Meistern“ können die Gäste in den fünf Themensaunen ganz entspannt relaxen.
