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Blitzblank und blitzerlos: Eine Röhre des Autobahntunnels „Königshainer Berge“ modernisiert

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Halbzeit bei der Modernisierung des Autobahntunnels „Königshainer Berge“ bei Görlitz. Nach gut neun Monaten sind die Arbeiten in der Nordröhre  erledigt.    Am kommenden Donnerstag (6.3.) – in den Abendstunden – wird die sanierte Tunnelröhre für den Zweirichtungsverkehr geöffnet. Anschließend beginnen die Arbeiten in der Südröhre. Voraussichtlich im November wird die Modernisierung abgeschlossen sein.

In der Nordröhre wurden Flucht- und Rettungslichtleuchten  neu verlegt und die Videoüberwachung modernisiert. Die alten Natriumdampflampen wurden durch LED-Leuchten an der Decke ersetzt. Sie sorgen für fast taghelles Licht, das durch die weiß lackierten Tunnelwände verstärkt wird.

„Wir kamen nur scheibchenweise voran“

Eingebaut wurden Notrufkabinen. Dafür musste die Tunnelschale geöffnet und das Felsgestein ein Stück weit abgebrochen werden.  Beim Ausbau der Nischen stießen die Bauleute auf besonders massiven Granit. Die Arbeiten verzögerten sich. Um im Zeitplan zu bleiben, wurde die Winterpause gestrichen. „Der Fels ist nicht glücklich. Wir kamen nur scheibchenweise voran“, so Projektverantwortlicher Thomas Köhler von der Autobahn GmbH.

Eingebaut wurde ein voll digitales Videosystem und  die Abstände der Kameras verkürzt. Das macht nun eine lückenlose Verkehrsüberwachung möglich. Entlang der Notgehwege wurden Leuchtstreifen verlegt.

Kostenrahmen bislang eingehalten 

Für die Freigabe der Nordröhre wird der Tunnel nächste Woche gesperrt. Die Leiteinrichtungen müssen neu positioniert werden. Danach ist die Südröhre an der Reihe. Die Modernisierung läuft so wie in der Nordröhre. Rund 50 Millionen Euro wurden für die Arbeiten veranschlagt.  „Wir sind bislang im Kostenrahmen geblieben“, so Marcus Bräuer, Abteilungsleiter bei der Autobahn GmbH..

Der fast dreieinhalb Kilometer lange Autobahntunnel ist seit 1999 in Betrieb.  Täglich  rauschen 30.000 Fahrzeuge durch die beiden Röhren. Fast ein Drittel sind Lkw. Tendenz steigend. Ein großer Teil des Schwerlastverkehrs von und nach Osteuropa rollt über die A 4, die auch scherzhaft „Breslauer Allee“ genannt wird.

Keine Blitzer im Tunnel

Übrigens: Kraftfahrer brauchen nicht zu befürchten, dass sie  im modernisierten Tunnel geblitzt werden. Das Land Sachsen hat auf den Einbau von Geschwindigkeitsüberwachungstechnik verzichtet. Das ist offenbar zu teuer und das Genehmigungsverfahren zu langwierig.