Bahn bohrt im Erzgebirge für Trasse von Dresden nach Prag
Für die Neubaustrecke der Bahn von Dresden nach Prag laufen im Erzgebirge erste geologische Erkundungen. Die Bohrarbeiten sind notwendig, um den künftigen Bahntunnel planen zu können, so die Deutsche Bahn.
Im Mittelsächsischen Gebirge seien dabei nur wenige Störfaktoren gefunden worden. Im Gottleubatal hingegen gäbe es mehrere Bruchstellen und Unebenheiten, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen. Der Trassenverlauf steht noch nicht fest. Auch für einen Baubeginn gibt es noch keinen Termin.
Jüngst sei die Planung für die Neubaustrecke noch einmal erweitert worden, so die Bahn. Der Planungsraum reiche nun bis zum Gleisvorfeld des Dresdner Hauptbahnhofes, um dort die bereits bestehende Strecke ausbauen zu können. Damit sollen auch Verbesserungen im Schallschutz einhergehen. Bereits im Oktober seien im Elbtal südöstlich von Dresden in Heidenau sogenannte Schienenstegdämpfer eingebaut worden. Das sei im April auch für den Bereich Dresden geplant.
Noch nicht entschieden ist derweil, wie der Erzgebirgstunnel für die Neubaustrecke gebohrt werden soll. Untersucht werden weiterhin zwei Varianten: Ein sogenannter Volltunnel von Heidenau bis Tschechien von 30 Kilometern Länge und ein 26 Kilometer langer Teiltunnel, der erst ab Pirna durch das Osterzgebirge führt. Ziel sei es, im nächsten Jahr Trassierungen und bis 2024 eine Vorzugsvariante erarbeitet zu haben, sagte Kay Müller, Projektleiter der DB Netz AG.
Mit dem Zug dauert die Fahrt zwischen Dresden und Prag derzeit rund zweieinhalb Stunden. Mit der Neubaustrecke werde die Fahrzeit auf gut eine Stunde sinken. Wann dafür mit dem Bau des Erzgebirgstunnels begonnen werden kann, könne man derzeit noch nicht sagen. Damit ist auch noch offen, wann die Neubaustrecke in Betrieb gehen wird. (mit dpa)
