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Bad Schandau: Zum Touristen-Start Parken nur mit Pendlerkarte

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Januar, Februar, März - das sind die Ruhe-Monate vor dem Touristenansturm, der jedes Jahr pünktlich zu Ostern auch wieder das Elbsandsteingebirge erreicht. Die Region um Bad Schandau braucht die vielen Gäste dringend. Doch mit der gesperrten Elbbrücke werden sie auch zum Problem. Denn die Parkplätze in der Kurstadt werden rund um den Bahnhof und die Fähranleger noch knapper! Denn dort stehen derzeit schon Pendler, Anwohner und Unternehmer, die durch die Brückensperrung mit der Fähre die Elbe queren müssen bzw. mit Fahrzeugen auf beiden Elbseiten Waren transportieren.

Deswegen mussten Bürgermeister Thomas Kunack und sein Stadtrat jetzt handeln: Ab 31. März kommt die Pendler-Parkkarte! Sie muss für 20 Euro bei der Stadtverwaltung beantragt und vom Arbeitgeber begründet werden. Damit darf man dann kostenlos die zwei größten Elbe-Parkplätze an beiden Elbufern nutzen. Allerdings werden diese nur an Pendler ausgegeben, die die Fähre nutzen. 500 Pendlerparktickets sollen insgesamt ausgegeben werden. 

S-Bahn-Pendler nach Pirna oder Dresden gehen dabei genauso leer aus, wie Einheimische die nur ab und an mal nach Bad Schandau müssen. Für sie stehen nur kleinere Flächen entlang des Straßenrandes vorm Nationalparkbahnhof, die Brückenrampen und zwei Bezahl-Parkplätze zur Verfügung.  Die Stadtverwaltung Bad Schandau schreibt unter der Überschrift Saisonstart mit Hindernissen: „Eine große Herausforderung in dieser Saison wird der deutlich höhere Parkplatzbedarf bei wenigen Stellflächen sein. Dem müssen wir uns stellen. Jedem von uns wird klar sein, dass es unmöglich ist, zusätzlich mindestens 100 Stellflächen auf jeder Elbseite zu schaffen“.

Hintergrund: Bad Schandau zählte im Jahr 2023 über eine halbe Million Übernachtungen, dazu in der Region über eine Million Tagesgäste. Touristen, zum Großteil mit dem Auto kommen. Denn der öffentliche Nahverkehr wird schon in den Schandauer Ortsteilen Krippen, Reinhardtsdorf oder auch Rathmannsdorf und den umliegende Gemeinden zur Geduldsprobe. Busverbindungen zum Bahnhof Bad Schandau oder den Sehenswürdigkeiten, wie Bastei oder Festung Königstein, fahren zu selten.

Auch der Autoverkehr nach Bad Schandau soll für die kommende Tourismussaison besser „gestaffelt“ werden. Kunack setzt sich dafür ein, den sogenannten Ziegenrücken (die enge, sich windende S163) nur für Pkw, Lkw bis 7,5 Tonnen und (falls nötig) Linienbusse freizugeben. Größere Lkws, Reisebusse und Wohnmobile sollen über Neustadt/Sebnitz geleitet werden. Das letzte Wort hat da aber das Landesamt für Straßenbau und Verkehr.

Ein winziges Fünkchen Hoffnung bleibt noch: Sollte die Schandauer Elbbrücke nach dem Belastungstest im April wieder freigegeben werden können, entspannen sich Verkehrs- und Parksituation ab Mai und die Pendler-Parkkarte kann in der Stadtverwaltung gegen eine Gutschrift von 10 Euro wieder zurück gegeben werden.

Wer wo mit welcher Genehmigung parken darf, finden Sie in den Grafiken in der Bildergalerie.

 

Audio:

Bürgermeister Thomas Kunack im Gespräch mit Radio Dresden