- Ein Feuerwehrmann im Schutzanzug bei der Durchsuchung im April in Zeithain. Archivbild
Anklage gegen Giftmischer (17) von Zeithain
Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen einen 17-jährigen Deutschen erhoben. Ihm wird unter anderem die Herstellung und der Besitz einer biologischen Waffe sowie der vorsätzliche unerlaubte Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen in 13 Fällen vorgeworfen. Die Anklage wurde beim Amtsgericht Riesa – Jugendschöffengericht – eingereicht.
Hochgiftige Stoffe im Elternhaus aufbewahrt
Der Jugendliche soll im Dezember 2024 in einem Labor im Dachgeschoss seines Elternhauses in Zeithain (im Landkreis Meißen) drei Ampullen eines Gemisches aus Aconitin und Ricin hergestellt und aufbewahrt haben. Ricin gilt laut Kriegswaffenkontrollgesetz als biologische Waffe. Das extrem giftige Pflanzengift Ricin kann bereits in sehr niedrigen Konzentrationen tödlich wirken.
Gewonnen wird es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vor allem aus den Samen des Rizinusbaums (Ricinus communis). Das Alkaloid Aconitin ist nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung im Blauen Eisenhut enthalten - und ebenfalls bereits in kleinsten Mengen für einen erwachsenen Menschen tödlich.
Im April war die Polizei zu einer aufsehenerregenden Durchsuchung in dem Haus im Landkreis Meißen angerückt.
Blitzknaller selbst gebaut
Weiterhin wird dem junge Mann zur Last gelegt, zwischen Januar und November 2024 insgesamt 13 Mal Blitzknallsätze hergestellt zu haben. Die Chemikalien dafür soll er online beschafft und die Sätze teilweise im heimischen Garten oder in der Nähe seines Wohnortes zur Umsetzung gebracht haben.
Wissenschaftliches Interesse als Beweggrund
Als Motiv gab der 17-Jährige wissenschaftliches beziehungsweise experimentelles Interesse an. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden und des Landeskriminalamtes Sachsen ergaben keine Hinweise darauf, dass der 17-Jährige mit der Absicht handelte, sich selbst oder andere zu schädigen.
