Schloss Thürmsdorf: eine Million Euro fürs Dach
Es ist ein verstecktes Kleinod unweit der Festung Königstein, das Unternehmer Sven-Erik Hitzer seit Jahren versucht aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Jetzt bekam das Schloss Thürmsdorf knapp eine Million Euro Fördermittel vom Bund (499.110 Euro) sowie vom Freistaat Sachsen (399.288 Euro), mit dem dieses Jahr der Dachstuhl, die Dacheindeckung, Regenwasser-Entwässerung und einige Fenster saniert werden sollen. Auch der alte Schlossturm kann mit dem Geld wieder aufgebaut werden.
Knapp 156.000 Euro muss Hitzer, der in Schmilka das Bio-Resort „Helvetia“ betreibt und u.a. im Advent den historischen Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt stemmt, aus eigener Tasche dazu schießen.
Das Thürmsdorfer Schloss ist ein alter Rittersitz aus dem 16. Jahrhundert und hatte schon viele Besitzer. Zu DDR-Zeiten wurde es lange als Ferienheim genutzt, verfiel dann nach der Wende. Hitzer und seine Frau Annett erwarben es 1997 und investierten, nach eigenen Angaben, bereits gut 3 Millionen Euro in die historischen Gemäuer. Insgesamt wird die komplette Sanierung des Schlosses wohl 9 Mio. Euro kosten.
„Ein Hotelbetrieb hätte sich bei den hohen und damit teuren Anforderungen an Statik und Brandschutz nicht gerechnet. Außerdem wollten wir das Schloss immer für die Öffentlichkeit erhalten“, so Hitzer. Die Sanierungsarbeiten dauern mindestens noch das ganze nächste Jahr an. Ab 2026 können Besucher dann auf die Wiedereröffnung hoffen.
Ein Ausflug nach Thürmsdorf lohnt sich aber jetzt schon: Der 3 Hektar große Schlosspark hat neben Skulpturen auch über 100 Jahre alte, sehr seltene Rhododendron-Büsche, die einst Garten-Gestalter Max Bertram anpflanzen ließ.



