Wie weiter bei den „Putzi-Villen“?
Sie sind seit Jahren dem Verfall preisgegeben: Die sogenannten Putzi-Villen an der Königsbrücker Straße in der Dresdner Neustadt nahe dem Albertplatz. Bereits seit zwei Jahrzehnten ändert sich kaum etwas an deren jämmerlichen Zustand.
Die Grünen fordern die Stadt nun auf, eine Notsicherung zumindest für eine der drei Villen zu lasten des Eigentümers durchzuführen. Denn diese - die Münchner Argenta-Gruppe - hat zwar schon 2023 Bauantrag gestellt, doch trotz Genehmigung ist seitdem kaum etwas passiert. Zwar wurde ein Schild aufgestellt, dass die Sanierung „bald“ starte, doch wirkliche Arbeiten sind von außen nicht ersichtlich. Auf der Website der Eigentümer heißt es, dass in den Villen künftig Büroflächen entstehen sollen.
Für Grünen-Ex-Stadtrat und Landtagsabgeordneten Thomas Löser ist der Verfall unverständlich. Denn die Argenta hatte die Sanierung groß angekündigt. „Je länger man wartet, desto teurer wird es ja“, so Löser. Mittlerweile sei vor allem das Dach der Villa an der Königsbrücker Straße 12 sichtbar beschädigt.
Von den drei Gebäuden ist lediglich das Treppenhaus in der Villa an der Königsbrücker Straße 12 denkmalgeschützt. Daher wäre diese die einzige der drei Villen, bei der die Landeshauptstadt durch eine Notsicherung durchgreifen könnte. Zumindest geht das aus einer Antwort des Landesamtes für Denkmalpflege auf eine Anfrage hervor, die Löser gestellt hatte. „Das könnte man dem Eigentümer in Rechnung stellen“, sagte uns der Grünen-Politiker. „Da zwingt man die Argenta gewissermaßen, ihren Verpflichtungen nachzukommen.[ ...] Denn Eigentum verpflichtet.“
Bekannt wurden die Putzi-Villen durch eine Hausbesetzung im Jahr 2020. Damals gab es sogar einen SEK-Einsatz.