Wieder Zeitverzug: Brückengelenk verschwunden
Eigentlich sollten die Bagger schon seit Jahresanfang auf der Neustädter Seite die restlichen Teile der eingestürzten Dresdner Carolabrücke aus der Elbe holen. Doch die Bergung gestaltete sich schwieriger als gedacht und dann kam auch noch der Fund des Blindgängers aus dem 2. Weltkrieg dazu!
Nach der Bergung der 250-Kilo-Bombe letzten Donnerstag konnte einen Tag später auch ein Brückengelenk aus dem Fluss geholt werden. Doch das zweite Brückengelenk war am Montag und Dienstag für die Bagger nicht mehr auffindbar! „Es ist verschwunden und liegt nicht mehr an der Stelle, wo wir dachten“, sagt Ivar Pommerening, der die Baubetreuung vor Ort leitet. Es habe durch die Strömung seinen Standort geändert. Zudem sei die Elbe durch die Ausspülung entlang der künstlich angelegten Baustraße bis zu 7 Meter tief - schwieriges Terrain für die Baggerfahrer.
Zudem überwacht jetzt täglich ein Experte des Kampfmittelräumdienstes die Baggerarbeiten, um bei weiteren verdächtigen (Bomben)funden sofort ansprechbar zu sein. „Dem Baggerfahrer, der die Bombe letzte Woche gehoben hat, geht es gut. Er sitzt weiter auf dem Bock“, so Pommerening. Er habe von seiner Firma aber eine „Bomben-Zulage“ bekommen.
Mit der Bergung der Brücken-Gelenke wäre ein weiterer Meilenstein der Abrissarbeiten geschafft. „Wir haben am Dienstag weitere Sondierungen vorgenommen und warten nun auf die Auswertung der GPS-Daten“, so Pommerening weiter. Sollte das Gelenk verschwunden bleiben, werden die Bagger dennoch auf die Neustädter Seite umgesetzt. Dann gehen dort die Abbruch- und Bergungsarbeiten weiter. Man sei durch die Bombe „zwei Tage im Verzug“, so Pommerening weiter. Das Gelenk könne zur Not auch später noch geborgen werden.
Ziel sei immer noch, Ende Januar die Brücke für den Schiffsverkehr wieder freizugeben. Dann liegen auch die Meßergebnisse für die Stabilität der noch stehenden Brückenteile A und B vor, die dafür auch maßgeblich sind.
OB Dirk Hilbert wies gegenüber unserem Sender die Kritik zurück, die Abrissarbeiten würden sich in die Länge ziehen, weil nicht genügend Firmen mit Spezialgerät vor Ort im Einsatz seien. „Es sind ja heute schon verschiedenste Firmen im Einsatz, die durch eine Firma koordiniert werden. Das heißt aber nicht, dass nur eine Firma dort arbeitet. Und für die weiteren Abbrucharbeiten ist dann sowieso ein Ausschreibungsverfahren geplant“, so Hilbert.