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Wegen Terrorabwehr: Jazzmeile nur auf der Prager Straße

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Am 11. Mai startet die 53. Ausgabe des Dixieland Festivals Dresden. Dieser Satz ist eigentlich nix Besonderes – aber in den vergangenen Wochen hat das Organisations-Team hart gekämpft, dass das Dixieland Festival mit all seinen geplanten Veranstaltungen auch wirklich stattfinden kann. Denn: Ende März erhielten die Organisatoren die Auflage, alle öffentlichen Auftrittsflächen mit Terrorabwehrsperren auszustatten.

Das betrifft vor allem die Jazzmeile mit ihren vielen kostenfreien Veranstaltungen, die sich eigentlich vom Schlossplatz über die Prager Straße bis zum Hauptbahnhof erstreckt. Um dieses große Areal ausreichend zu schützen, hätte der Verein mindestens 120.000 Euro mehr aufbringen müssen.

Verkleinerte Jazzmeile

Die Lösung, um die Jazzmeile – das Herzstück des Dixieland Festivals zu retten lautet: verkleinern. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Hälfte des Festivalprogramms umgestellt, so dass nun fast alle geplanten Bands auf nur noch 4 statt 8 Bühnen ausschließlich auf der Prager Straße spielen.

Diese Entscheidung birgt jedoch ein hohes Risiko. Um den Besuchern die „Dresdner Jazzmeile“ zu bieten und Terrorsperren entlang der gesamten Prager Straße zu errichten, startet das Festival 2025 mit einem Defizit von rund 60.000 Euro.

Freiwilliger Eintritt

Um das finanzielle Risiko zu minimieren, haben sich die Organisatoren des Festivals dazu entschieden, an allen Bühnen der Jazzmeile verstärkt um einen „Freiwilligen Eintritt“ zu werben. Dieser kann entweder vor Ort oder in Kürze auch auf der Webseite des Festivals geleistet werden.
Darüber hinaus können Besucher dasFestival auch durch den Kauf von Fanarmbändern unterstützen.

Diese Notlösung ist ausdrücklich nur für dieses Jahr geplant. Für nächstes Jahr erhoffen sich die Dixieland Festival Macher mehr Hilfe von Stadt und Bund zum Thema Terrorabwehr.

Terrorabwehr ist Sache von Land und Bund

Sie fordern in der Pressemitteilung: „Die Zuständigkeit für Maßnahmen zur Terrorabwehr, sowohl materiell als auch finanziell, muss klar definiert werden. Ebenso wichtig ist es, die Haftungsfragen für Veranstalter eindeutig zu regeln. Derzeit mangelt es an ausreichender Unterstützung in Form von Material und finanziellen Mitteln, um die notwendigen Schutzmaßnahmen bereitzustellen. Diese Maßnahmen sind unerlässlich, um die Durchführung des Festivals in seiner gewohnten, historischen Größe zu gewährleisten und die über 150 Stunden eintrittsfreie Musik weiterhin anbieten zu können.

Die Stadtverwaltung könnte den logistischen und zeitlichen Aufwand für Veranstalter erheblich reduzieren und die Amtswege verkürzen, indem sie eine zentrale Anlaufstelle einrichtet.

 Wir appellieren an die politischen Entscheidungsträger, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um das Internationale Dixieland Festival in Dresden zu schützen und zu erhalten. Nur so kann die Stadt Dresden auch in Zukunft uneingeschränkt vom Image und mit den bis zu über 400.000 Besuchern des Festivals rechnen. Langfristige Planungssicherheit ist für das Fortbestehen des Festivals existenziell.“

Audio:

Hendrik Meyer vom Dixieland Festival Organisationsteam