Warum stockt der Abriss der Dresdner Carolabrücke?
Der Abriss der eingestürzten Carolabrücke in Dresden kommt nicht voran. Eigentlich wollte die Stadt bis 03. Januar die Altstädter Seite komplett frei räumen und auch die Baustraße in der Elbe zurückbauen.
Dort sind aber noch immer lediglich zwei Bagger im Einsatz, die mehr oder weniger „im Trüben fischen“. Der Zeitplan kommt so immer weiter in Verzug - für die Elbschifffahrt und vor allem die Weißen Flotte ein Desaster. Wann die Elbe wieder für den Schiffsverkehr unter der Carolabrücke freigegeben werden kann, steht völlig in den Sternen.
Die Kritik am Krisenmanagement der Stadt wird immer lauter. Beobachter fragen immer wieder, warum auf der Baustelle nicht mehr Technik eingesetzt wird.
Eine Anfrage unserer Redaktion zum weiteren Verfahren blieb bis zum Donnerstagabend zunächst unbeantwortet. Erst am Freitagvormittag meldet sich die Pressestelle und teilte mit: „Zwischen den Feiertagen fanden Abrissarbeiten an der Carolabrücke statt. Seit 2. Januar 2025 werden die Arbeiten fortgesetzt, können aber nicht bis zum 3. Januar komplett abgeschlossen werden. Über den weiteren Fortgang informieren wir Anfang der kommenden Woche.“
Der wirtschaftliche Schaden durch den Brückeneinsturz wird indes immer größer. Allein die Weiße Flotte beziffert ihren Umsatzverlust Anfang Dezember auf 2,2 Millionen Euro.
Reedereien und Schifffahrtsunternehmen aus Deutschland und Tschechien hatten Ende letzten Jahres schwere Vorwürfe gegen die Stadt Dresden erhoben. Diese würde beim Abriss des eingestürzten Brückenzuges viel zu langsam handeln und verkenne das internationale Ausmaß dieser Katastrophe.
Eingestürzte Brücke blockiert seit September die Elbe
Ein Teil der Carolabrücke war in der Nacht zum 11. September überraschend eingestürzt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Als Hauptgrund gilt eine durch Feuchtigkeit ausgelöste Spannungsrisskorrosion. In Verbindung mit Materialermüdung durch Belastung führte das nach den vorläufigen Erkenntnissen dazu, dass zahlreiche Spannglieder der Brücke versagten und ihre Spannkraft verloren.
Die Brücke muss nun komplett abgerissen werden. Das betrifft auch die zwei Brückenzüge, die in den vergangenen Jahren mit einem Aufwand von mehreren Millionen Euro erst saniert worden waren. Die Stadt plant einen Ersatzbau.