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Mehr Fahrgäste, aber weniger Geld: VVO kämpft mit Kürzungen

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Mehr Fahrgäste in Bus und Bahn: Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) hat bei seiner Verbandsversammlung eine positive Bilanz zum ersten Halbjahr gezogen. Die Nachfrage nach Deutschlandticket, Bildungsticket sowie Tageskarten sei weiterhin hoch. So stiegen die Einnahmen der zwölf Verkehrsunternehmen in dem Verband in den ersten Monaten des Jahres gegenüber 2024 um 10,6 Prozent auf knapp 74 Millionen Euro. 

Trotzdem blicken die Verkehrsbetriebe sorgenvoll auf die Zukunft. „Sachsen hat ja immer noch keinen Landeshaushalt, weil die Minderheitsregierung hier noch immer in Verhandlung mit der Opposition ist“, so Schlemper. Nach den derzeitigen Entwürfen seien Gelder für wichtige Investitionen gestrichen. Die geplante Umstellung auf Akku-Züge ab 2031, etwa nach Altenberg oder Königsbrück, steht auf der Kippe. Ohne Geld vom Land fehle das nötige Fundament.

Die mit Diesel betriebenen Fahrzeuge müssen ab 2031 dringend ausgetauscht werden, so Schlemper. „Das geht nur mit Akku oder elektrischen Zügen, weil Dieselzüge gar nicht mehr gebaut werden.“ Dafür müssten die notwendigen Leitungen und Lademöglichkeiten geschaffen werden. 

Der VVO will trotzdem an den Plänen festhalten und übernimmt erste Kosten selbst. „Solange der Landeshaushalt nicht beschlossen ist, haben wir noch etwas Hoffnung, dass doch noch Mittel bereitgestellt werden.“

Audio:

VVO-Sprecher Christian Schlemper zu den Auswirkungen des Haushaltes auf geplante Investitionen.

Angebot bei Schmalspurbahnen reduziert

Die sächsischen Schmalspurbahnen werden finanziell vom Freistaat unterstützt. Landesweit werden die Zuschüsse nun um zehn Prozent gekürzt - das trifft auch die beiden Schmalspurbahnen im VVO-Bereich in Radebeul und Freital.

Daher müssen die Fahrpläne bei der Weißeritztalbahn und der Lößnitztalbahn angepasst werden. "Das bedeutet, dass künftig die letzten Zugpaare des Tages, also die abendlichen Fahrten, nur noch in den Sommermonaten unterwegs sind und an den Wochenenden sowie Feiertagen. Die Bahnen fallen also in den Wintermonaten weg, weil wir sie nicht mehr bezahlen können", so Schlemper. Die Änderungen greifen ab September.

VVO investiert in Bahnhöfe und Bushaltestellen

Trotz finanzieller Sorgen wird auch in diesem Jahr wieder kräftig investiert.

Aktuell läuft der barrierefreie Ausbau der Bahnstationen Hoyerswerda, Bischheim-Gersdorf, Geising und Oberschlottwitz. Darüber hinaus ist geplant, 70 Bushaltestellen im gesamten Verbundgebiet zu modernisieren.

Bereits umgesetzt wurde zum Beispiel der Ausbau der mobiBikes in Freital und Heidenau.