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Tschechen machen Druck!
OB zum Krisen-Treffen an Carolabrücke

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Großer Auflauf heute an der Dresdner Carolabrücke! Unter Ausschluss der Öffentlichkeit traf Oberbürgermeister Dirk Hilbert am Donnerstag den tschechischen Verkehrsminister Martin Kupka am Elbufer. 

Bei dem Arbeitstreffen machten sich beide Politiker ein Bild vom schleppenden Abriss und den erneuten Hindernissen durch Bombenfunde und die Konsequenzen für Baggerfahrer. Da die Elbe eine Bundeswasserstraße ist, die Sachsen und Dresden offen zu halten hat, macht die tschechische Seite nach knapp fünf Monaten der Schließung immer mehr Druck, die Abrissarbeiten schneller abzuschließen.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert äußerte sich später in einer Pressemeldung: „Dass sich der Verkehrsminister der Tschechischen Republik Martin Kupka persönlich vor Ort über die Situation an der Carolabrücke, die Folgen für den Verkehr und die weiteren Planungen informiert hat, unterstreicht noch einmal die Tragweite des Brückeneinsturzes. Es fehlt hier nicht nur eine lokale Innenstadtbrücke. Eine Bundesstraße sowie ein international bedeutender Schifffahrtsweg sind seit Monaten blockiert. Insofern danke ich Martin Kupka für seinen Besuch und sein Interesse an diesem Thema, das in Prag offensichtlich größer ist als in Berlin. Sein Amtskollege Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat sich bisher jedenfalls noch nicht in Dresden angekündigt und sein Ministerium Anfragen nach finanzieller Unterstützung für den Wiederaufbau bis auf den Anteil für den ÖPNV abschlägig beantwortet.“

Die tschechische Reederei EVD hatte Dresden auch Spezialgerät angeboten. Geschäftsführer Lukas Hradsky erklärte: „Unserer Meinung nach könnte der Abriss Monate schneller gehen.“ Warum Dresden die technische Hilfe nicht annahm, erklärt Straßen- und Tiefbauamtsleiterin Simone Prüfer nicht. „Am Vergabegesetz liegt es nicht“, so Prüfer. Man habe bereits verschiedene Firmen vor Ort im Einsatz und sich letzten Herbst auch Know-how von Abbruchexperten geholt.

Am Montag (3. Februar) dürfen die ersten Frachtschiffe unter der einsturzgefährdeten Brücke queren. Zuerst fährt mittags ein Frachtschiff der Reederei EVD mit einem 200 Tonnen schweren Generator und 500 Tonnen Diesel an Bord an Dresden vorbei Richtung Antwerpen. Bereits am Dienstag nachmittag durften sechs Schiffe der Weißen Flotte mit Ausnahmegenehmigung des Wasser- und Schiffahrtsamtes unter der Carolabrücke durch - darunter das Salonschiff „August der Starke“, das in der Laubegaster Werft komplett umgebaut werden soll.