Tschechen-Frachter umschifft Carolabrücke
Nach fast fünf Monaten ist die Elbe in Dresden für Frachtschiffe wieder befahrbar. Ein mit einem Generator und 500 Tonnen Düngemittel beladener Güterschiffsverband aus dem tschechischen Hafen Lovosice passierte am Montag auf dem Weg nach Antwerpen in Belgien die teils eingestürzte Carolabrücke. Punkt 12 Uhr passierte der insgesamt 135 Meter lange Koppelverband aus Gütermotorschiff „Dick“ und Schubleichter „Dick 1“ problemlos die Dresdner Elbquerung.
Für die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH und ihre Partner elbaufwärts in Tschechien endet damit eine Zwangspause mit „dramatischen Auswirkungen“ auf die wirtschaftliche Lage, wie Geschäftsführer Heiko Loroff sagte. „Uns ist ein hoher sechsstelliger Betrag an Umsatz verloren gegangen.“ Von September bis April sei eigentlich Hochzeit, „da haben wir die höchste Schiffsdichte und fahren die höchsten Gütermengen auf der Elbe“. So würden 30 bis 40 Frachtschiffe pro Monat normalerweise Dresden „besuchen“.
Auch die nächsten Schiffe warten schon - so ein weiterer Schwertransport aus Tschechien, Brauerei-Technik, die in Hamburg auf die Weiterfahrt nach Tschechien wartet und mehrere Hotelschiffe, die von der Reederei EVD in Prag auf ihre Käufer in Rotterdam warten.
Durchfahrt zunächst nach Voranmeldung möglich
Die Fahrrinne ist seit Ende vergangener Woche frei, die Durchfahrt unter der teils eingestürzten Carolabrücke möglich - bis einschließlich 17. Februar mit Voranmeldung und danach jeweils in eine Richtung. In den ersten drei Wochen werden Daten zum Brückenzustand unter dem Verkehr gesammelt. Die Durchfahrt der maroden, seit November 2024 gesperrten Elbbrücke in Bad Schandau stromaufwärts ist schon auf Antrag möglich.
Der westliche Verkehrsstrang der Carolabrücke brach in der Nacht zum 11. September 2024 überraschend auf etwa 100 Metern Länge ein. Seitdem sind die beiden noch stehenden Züge des Bauwerks aus Spannstahlbeton aus DDR-Zeiten gesperrt, und auch die Schifffahrt war unterbrochen. Die Weiße Flotte verkehrte flussabwärts und -aufwärts je ab dem gesperrten Abschnitt mit Einschränkungen in der Kapazität, die Binnenschifffahrt ruhte. Seit Wochen läuft der Abriss des eingestürzten Brückenstrang, der Ende März abgeschlossen sein soll. (mit dpa)