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Trotz oder wegen Brücke? Touristen-Plus in Dresden!

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Viel fehlt nicht mehr... dann hat Dresden das Tourismus-Rekordjahr 2019 wieder eingeholt. Die Dresden Marketing Gesellschaft (DMG) zählte fürs letzte Jahr 5,7 Millionen Übernachtungen - ein Plus von 4 Prozent. Die 2,6 Millionen Übernachtungsgäste blieben im Schnitt zwei bis drei Tage, gaben dabei privat rund 98 Euro in der Stadt für Gastronomie und Shopping aus. Geschäftsreisende ließen sogar im Schnitt 205 Euro in Dresden, das belegen Zahlen von Mastercard, die die DMG erhben ließ. Damit ist Geschäftsführerin Corinne Miseer sehr zufrieden: „Wenn wir uns mit Deutschland vergleichen, wachsen wir überdurchschnittlich. Das Wachstum im deutschen Durchschnitt lag nur bei 1 Prozent. Und auch im Sachsen-Vergleich stiegen die Übernachtungen nur um 2 und wie wie in Dresden, um 4 Prozent.“

Besonders gefragt waren bei den Besuchern Kongresse, Tagungen und Großkonzerte in der Flutrinne. An den Kongressen nahmen allen 1,8 Millionen Gäste teil (nicht alle übernachteten auch im Hotel). Star acts wie Rammstein, AC/DC, Herbert Grönemeyer, natürlich Roland KAiser oder auch Silbermond lockten zehntausende nach Dresden. Mit den Stars schossen auch die Hotelpreise in die Höhe: Am Rammstein-Wochenende kostete ein Hotelzimmer in Dresden über 200 Euro/Nacht, gefolgt von AC/DC oder auch Roland Kaiser (je rund 170 Euro/Nacht). Auch die Weihnachtsmärkte im Dezember waren wieder eine sichere Touristen-Bank und sorgte für die höchste Zimmerauslastung (79 Prozent) im ganzen Jahr! Solche Events brauche die Stadt, so Sebastian Klink, General Manager des Bilderberg Bellevue Hotels Dresden. Sie gleichen die gestiegenen Betriebskosten aus und gewährleisten Wirtschaftlichkeit und bezahlbare Zimmerraten.

Die eingestürzte Carolabrücke oder die Landtagswahlergebnisse von Sachsen taten dem Reiseverhalten übrigens keinen Abbruch. Matthias Gilbrich vom sächsischen Wirtschaftsministerium wertet seit Jahren entsprechende Zahlen aus und warnt davor, zwischen diesen Ereignissen einen Zusammenhang darzustellen: Die hohen Wahlergebnisse der AfD seien beispielsweise zwar „schlecht fürs Image, aber es wirkt sich nicht aufs Reiseverhalten der Touristen aus.“ So habe auch die eingestürzte Carolabrücke nur einen minimalen Einfluss bei der Wahl der Städtereise. Im Gegenteil: Unter den Zaungästen am Elbufer, die sich die eingestürzte Brücke anschauen wollten, befanden sich auch sehr viele Touristen.

Zulegen will die Stadt noch bei ausländischen Touristen. Diese sind derzeit nur mit 16 Prozent unter den Gesamtbesuchern vertreten. Nach wie vor die meisten internationalen Dresden-Touristen kommen aus Polen (117.236 Übernachtungen), gefolgt von den USA (82.886), Österreich (75.482), der Schweiz (71.698) pder auch den Niederlanden (65.230). Deswegen will die DMG das Marketing dort und auch im Kongressbereich weiter ausweiten, was jedoch am Geld scheitert. Aufgrund der knappen Kassen im Rathaus bekommt die städtische Gesellschaft nicht das gewünschte Geld. „Wir haben 350.000 Euro mehr für die Kongress-Aquise angemeldet, derzeit stehen aber nur 100.000 Euro dafür im Haushalt“, so Annekatrin Klepsch, Bürgermeisterin für Kultur und Tourismus. Und auch dieser Haushalt ist aufgrund der vielen Streichungen (DVB) und Erhöhungen (z.B. Kita-Beiträge) noch nicht beschlossen. „Wir haben derzeit eine vorübergehende Haushaltsführung und fahren daher mit angezogener Handbremse, was das Stadtmarketing für Dresden betrifft“, so Klepsch weiter.

Begehrt wird Dresden Dresden dennoch auch in diesem Jahr wieder sein. Es stehen Tanz-Jubiläen - wie 200 Jahre Semperopern-Ballett oder 100 Jahre Palucca Hochschule für Tanz - an oder auch die Deutschen Meisterschaften in mehreren Sportarten (z.B. Leichtathletik „Goldenes Oval“ im Steyer-Stadion) im Sommer sowie die Weltmeisterschaften der Transplantierten im August an.  

Audio:

DMG-Chefin Corinne Miseer zur Tourismusbilanz 2024