Ausschreitungen nach Pro-Palästina-Demo in Leipzig - zehn Verletzte
In Leipzig ist am Montagabend eine Pro-Palästina-Demo eskaliert. In der Nähe des Hauptbahnhofes ist es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen.
Ein Fahrzeug des Ordnungsamtes und eine Straßenbahn sind dabei schwer beschädigt worden. Die Polizei hat Pfefferspray eingesetzt. Rettungskräfte haben mehrere Verletzte behandelt, es hat Festnahmen gegeben. Der Einsatz dauerte bis in die Morgenstunden.
Der Straßenbahn- und Bus-Verkehr zwischen Listplatz und dem Hauptbahnhof musste zeitweise eingestellt werden.
UPDATE, Dienstag (11.30 Uhr):
Die Polizei hat eine vorläufige Auswertung des Einsatzes veröffentlicht. Demnach hätten an der Demo davor rund 120 Menschen teilgenommen. Weil Personen erkannt wurden, die am 1. Mai in eine Straftat (ebenfalls bei einer Demo) verwickelt gewesen seien, habe man diese später kontrollieren wollen. Sie fuhren gegen 18.20 Uhr in einer Straßenbahn (Linie 3) weg. Diese sei dann im Bereich des Georgirings/Wintergartenstraße angehalten worden.
Per Lautsprecher wurden alle unbeteiligten Passagiere aufgefordert, die Bahn zu verlassen. Etwa 50 seien in der Bahn geblieben, außerhalb hätten sich in der weiteren Folge weitere etwa 100 Menschen mit ihnen solidarisiert. „Durch Einhaken und Nutzen der Halteeinrichtungen der Bahn wurde den Einsatzkräften Widerstand geleistet“, so ein Polizeisprecher. Später seien insgesamt zehn Personen vom Rettungsdienst behandelt worden. „Ein Großteil klagte über Augenreizungen aufgrund des Pfefferspray-Einsatzes.“
Kurz vor 19 Uhr sei dann auch noch eine spontane Versammlung gegenüber angezeigt worden. Insgesamt gut 40 Personen hätten letztendlich kontrolliert werden können. Gegen sie wird wegen schwerem Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und weiterer Straftaten ermittelt. Acht Scheiben an der Bahn und einem Auto der Polizeibehörde seien beschädigt worden. Es entstand ein Schaden von mehreren 10.000 Euro. Rund 120 Polizisten seien auf dem Höhepunkt des Einsatz vor Ort gewesen.
UPDATE, Dienstag (9 Uhr):
Auf Nachfrage hat uns eine Polizeisprecherin erklärt, dass der Einsatz aktuell noch ausgewertet werde. Beamte hätten am Abend eine Straßenbahn gestoppt, in der Demonstranten mitgefahren waren. Ihre Identität sollte festgestellt werden. Daraufhin hätten sich zahlreiche Personen mit ihnen solidarisiert und es sei zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Dabei seien Scheiben der Straßenbahn und eines Ordnungsamts-Autos zerschlagen worden. Wie viele Personen verletzt bzw. festgenommen wurden, könne man noch nicht sagen, heißt es.