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Sachsen: 203 Corona-Tote trotz Impfung

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Auch knapp fünf Jahre nach Ausbruch der Corona-Pandemie gibt es noch viele offene Fragen. Eine Anfrage vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) an den Sächsischen Landtag ergab jetzt:
Von den 17.659 registrierten Corona-Toten in Sachsen wurde von 4362 Patienten auch der Impfstatus erhoben.

Demnach starben allein 149 Patienten nach drei oder mehr Impfungen. 54 Patienten starben nach der zweiten Impfung - ob jedoch vom Corona-Virus, Vorerkrankungen oder der Impfung - das bleibt offen. Denn die Datenlage ist dünn! „Die der Staatsregierung vorliegenden Daten sind aufgrund unvollständiger Meldung und Datenerhebung nicht belastbar“, schreibt Sozialministerin Petra Köpping (SPD) dem BSW-Abgeordneten Jens Hentschel-Thöricht.

So seien in den Corona-Jahren 2021 und 2022 bei rund 60 Prozent der Covid-Todesfälle eine vorherige Impfung nicht erfasst worden. „Eine nachträgliche Datenerhebung ist bei Verstorbenen nur stark eingeschränkt möglich und auch nicht verhältnismäßig“, erklärt Köpping weiter.

„Es ist alarmierend, dass die Staatsregierung über keine belastbaren Daten zu den Todesfällen und Infektionen trotz Impfung verfügt. Gerade bei einem so zentralen Thema, das Millionen Menschen betraf und mit Blick auf Long-Covid-Erkrankungen auch noch betrifft, ist eine verlässliche Datengrundlage unabdingbar“, so Hentschel-Thöricht.

Insgesamt ließen sich 66,3 Prozent der Sachsen, laut Impf-Dashboard, während der Pandemie mindestens einmal impfen. Die Hälfte holte sich noch die 1. Auffrischung, während nur noch 9 Prozent mindestens zwei Auffrischungsimpfungen bekamen.

Auch für die Gesamtzahl der Infizierten fehlen präzise Angaben. „Das bedeutet, dass wir über die Wirksamkeit und tatsächlichen Effekte der Impfungen in Sachsen kaum verlässliche Informationen hatten und haben. Wie konnten auf dieser Grundlage faktenbasierte Entscheidungen getroffen werden“, fragt Hentschel-Thöricht.

Er fordert daher eine sofortige Überarbeitung der Datenerhebung und eine transparente Analyse der Corona-Maßnahmen. „Wir brauchen eine ehrliche Aufarbeitung der Pandemiepolitik, die auf vollständigen und belastbaren Daten beruht. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu wissen, welche Maßnahmen wirklich geholfen haben und welche vielleicht nicht.“

Dafür wolle auch der Untersuchungsausschuss im Landtag sorgen, den AfD und BSW gefordert hatten. Er tagt diesen Donnerstag zum ersten Mal.