Pillnitzer Kamelie schnappt frische Luft
Die „Grand Dame“ von Pillnitz startet ab Freitag in die Freiluftsaison. Nun, da die Temperaturen steigen, schnappt die riesige Pflanze frische Luft. Das Glashaus, das die Kamelie im Winter vor Frost und Kälte schützt, wurde neben die 250 Jahre alte Pflanze gefahren.
In den vergangenen Monaten hatte sie unter dem 13 Meter hohen und 54 Tonnen schweren Glashaus verbracht. Dieses übernimmt automatisch die Steuerung von Temperatur, Belüftung, Luftfeuchtigkeit und Beschattung. So konnte die „alte Dame“ auch in der kalten Jahreszeit auf zwei Etagen von allen Seiten bewundert werden. Besonders im März strömten Tausende Besucher in den Schlosspark, um die hunderten prall gefüllten Kamelienknospen zu bewundern. Mittlerweile ist das Pillnitzer Urgestein beeindruckende 8,94 Meter hoch und hat einen Kronendurchmesser von fast 12 Metern.
Doch auch abgesehen von der Kamelie tut sich im Schlosspark viel: Die Kübelpflanzen verlassen die Orangerie, der Flieder wird geschnitten und die Sommerbepflanzung wird vorbereitet. Der Schlosspark ist ganzjährig von 6 Uhr bis zur Dunkelheit geöffnet, zwischen 9 und 18 Uhr ist der Zutritt kostenpflichtig.
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Die Legende der Pillnitzer Kamelie
Übrigens: Einer Legende nach brachte der schwedische Botaniker Karl Peter Thunberg 1779 vier Kamelienpflanzen von seiner Japanreise in die königlich-botanischen Gärten Kew bei London. Ein Exemplar verblieb in Kew, während die anderen drei nach Hannover, Schönbrunn und Pillnitz weitergegeben worden sein sollen. Laut Legende, ist die Pillnitzer Kamelie die einzig überlebende Pflanze. Neueste Forschungen konnten dies bisher zwar nicht belegen, aber eines ist sicher: Bereits 1801 wurde die Kamelie durch den Hofgärtner Terscheck an ihrem heutigen Standort ausgepflanzt. Demnach ist sie rund 250 Jahre alt.