Papierner Fürstenzug hautnah zu sehen
Heute eröffnet im Kupferstichkabinett eine neue Ausstellung, die einen Blick in die Arbeit der Restauratoren des Museums bietet. Die Schau „Handwerk, Kunst und Hightech“ (11.April bis 13. Juli) zeigt Techniken, wie Kunstwerke gesäubert und ausgebessert werden. Anhand von Kunstwerken aus sieben Jahrhunderten erhält das Publikum einen Überblick über die restauratorische Praxis und ein Berufsbild im Wandel. Unter den Stichworten „Papier“, „Licht“, „Wasser“ und „Zeit“ präsentiert die Schau zum Teil noch nie gezeigte Zeichnungen und Druckgrafiken der über 500.000 Werke umfassenden Sammlung. Die vier Kapitel geben Einblicke in die unterschiedlichen Facetten der Restaurierung, die als zentraler Teil der Museumsarbeit meist hinter den Kulissen stattfindet.
Moderne Technik für den Fürstenzug
Größtes Objekt: die Malvorlage des berühmten Fürstenzugs. Ausgerollt und nebeneinandergelegt ergeben die elf Einzelteile eine Zeichnung von rund vier Metern Höhe und hundert Metern Länge. Der Künstler Wilhelm Walther schuf sie zwischen 1869 und 1876. Zur Vergrößerung ins monumentale Format dienten ihm sieben Entwurfszeichnungen, die als Leihgabe vom Landesamt für Denkmalpflege erstmals in einer Ausstellung zu sehen sein werden. Besucherinnen und Besucher können den Restauratoren immer montags über die Schultern schauen und viel über die Entstehungsgeschichte des Fürstenzuges erfahren. Ergänzt wird die Präsentation durch eine Medienstation, auf der die Kartons bis ins kleinste Detail studiert werden können. Film-, Text- und Bildbeiträge laden dabei zum digitalen Erkunden der fortschreitenden Restaurierungsergebnisse wie auch des bisherigen Forschungsstands ein. Das Digitalisat ist eingebunden in eine Präsentation, die über die nächsten Monate stetig angereichert und dann dauerhaft auf der Online-Plattform voices der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zugänglich sein wird.