Kita-Streik in Dresden: Das müssen Eltern wissen
Auf Deutschland kommen in den nächsten Tagen neue Warnstreiks in Kitas, im Nahverkehr oder bei der Müllabfuhr zu. Denn bei den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst hat es auch in der zweiten Verhandlungsrunde keine Annäherung gegeben. Bund und Kommunale Arbeitgeber würden ein Angebot verweigern, heißt es von den Gewerkschaften.
Damit wird am heutigen Donnerstag auch wie angekündigt in den Dresdner Kitas und Horten gestreikt. Die Gewerkschaften fordern acht Prozent mehr Geld und drei zusätzliche freie Tage. Etwa 250 Streikende haben sich am Morgen gegen 8 Uhr am Postplatz getroffen, dann ist eine Demo mit dem Ziel Sarrasanistraße gestartet. Dort gab es eine Abschlusskundgebung.
Für Eltern steht keine Notbetreuung in ihrer Kita bereit. Stattdessen werden die Einrichtungen öffnen, sobald Erzieher, die nicht dem Streikaufruf folgen, für die Betreuung der Kinder zur Verfügung stehen. Es können maximal so viele Kinder betreut werden, wie nach Personalschlüssel zulässig sind.
Eine Übersicht derjenigen Kindertageseinrichtungen, die geöffnet sind, gibt es auf der Internetseite www.dresden.de/kita-streik. Zusätzlich erhalten Eltern am Streiktag über die Hotline 0351 4885111 in der Zeit von 6 bis 14 Uhr Auskunft darüber, ob ihre Kita oder ihr Hort vom Streik betroffen ist.
Eine Betreuung in anderen städtischen Kindertageseinrichtungen ist nur möglich, wenn dort ein Gastplatz zur Verfügung steht. Hierfür müssen die Eltern das ausgefüllte „Formblatt für Gastkinder“ mitbringen sowie das Verpflegungsgeld für das Mittagessen in der Gasteinrichtung im Voraus und in bar bezahlen. Das Formblatt wird den Eltern zusammen mit dem Elternbrief ausgehändigt und ist zusätzlich auf der Internetseite www.dresden.de/kita-streik veröffentlicht. Der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen empfiehlt den Eltern, dennoch vorsorglich alternative Betreuungsmöglichkeiten zu organisieren.
Gibt es Geld zurück?
Sollten Eltern streikbedingt ihre Kinder nicht in die Betreuung von Kita oder Hort geben können, so erhalten sie automatisch 1/20 Ihres monatlichen Elternbeitrages für den Streiktag zurückerstattet. Die Kindertageseinrichtungen informieren dazu die Beitragsstelle für die entsprechende Beitragsrückerstattung. Ein gesonderter Antrag der Eltern ist nicht erforderlich.
Den Rückerstattungsbescheid erhalten die Eltern spätestens drei Monate nach dem jeweiligen Monat, in dem die Betreuung nicht gewährleistet werden konnte.
Auch in Leipzig wird gestreikt
Auch in Leipzig gab es Streiks in den Horten und Kindertageseinrichtungen. Aus Rücksicht und in Gedenken an den Anschlag auf die ver.di-Kundgebung in München vergangene Woche wurde wie in Dresden auf laute Kundgebungsmittel wie etwa Trillerpfeifen verzichtet.
Die Forderungen der GEW
- 8 Prozent mehr Gehalt – mindestens 350 Euro
- höhere Zuschläge für Überstunden und besondere Arbeitszeiten
- drei zusätzliche freie Tage pro Jahr
- ein „Meine-Zeit-Konto“, in dem die Beschäftigten Entgelterhöhungen und Zuschläge ansparen können, um sie zur Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit oder für zusätzliche freie Tage beziehungsweise längere Freistellungsphasen zu nutzen
- einen Gewerkschaftsbonus in Form eines weiteren freien Tages pro Jahr für Gewerkschaftsmitglieder
- eine Wiederaktivierung der Regelungen zur Altersteilzeit