- Verhandelt wird am Landgericht Dresden
Jogger-Mord Klipphausen: Ehefrau ab Montag vor Gericht
Wegen Mordes muss sich ab Montag eine 52-Jährige aus Klipphausen vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Die Frau soll ihren Ehemann beim Joggen mit einem Auto gezielt überfahren und auf diese Weise getötet haben. Mitangeklagt ist ein 76-jähriger Bekannter des Paares. Er soll das Tatfahrzeug besorgt haben.
Für den Prozess sind 13 Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil wird Mitte August erwartet.
Frau soll Ehemann gezielt überfahren haben
Laut Anklage soll die Frau vergangenes Jahr im September mit einem PKW Mercedes ohne amtliches Kennzeichen in Klipphausen ihren 76-jährigen Ehemann bei seiner morgendlichen Lauftour gezielt überfahren haben. Das Opfer, ein bekannter Dresdner Steueranwalt, verstarb noch vor Ort an seinen Verletzungen. Der Jogger wurde leblos auf dem Kobitzscher Weg gefunden, jede Hilfe kam zu spät.
Ehemann war joggen und ahnte nichts
Laut Anklage fuhr Ramona B. mit etwa 30 bis 40 km/h mit der vorderen Fahrzeugseite gegen ihren Ehemann Heinz B., der dabei auf die Motorhaube geriet und dann an den Fahrbahnrand fiel. Die Angeklagte soll dann über den am Boden liegenden Mann gefahren sein, der dadurch tödliche Verletzungen erlitt. Anwohner berichten, dass der Senior fast jeden Morgen die gleiche Strecke entlang von Feldern und Wäldern lief. Der Tatort soll nur wenige Meter von seinem Wohnhaus entfernt liegen.
Es war kein Unfall
Die Polizei war zunächst von einem Verkehrsunfall mit Fahrerflucht ausgegangen. Als sie das Fahrzeug sicherstellten, das den Jogger erfasst hatte, geriet seine Ehefrau ins Visier und wurde als Tatverdächtige festgenommen. Ein 75-jähriger Bekannter des Paares ist ebenfalls angeklagt, wegen Beihilfe zum Mord. Er soll der Frau für 15.000 Euro das Tatfahrzeug verschafft haben. Nach der Tat nahm er das Auto laut Anklage wieder entgegen und brachte es in eine Dresdner Werkstatt. Die Polizei nahm den Mann, der in Dresden lebt, im Ostseebad Koserow fest.
Frau wollte offenbar ans Vermögen
Beide Angeklagte sitzen in Untersuchungshaft und schweigen zu den Vorwürfen. Unter Verweis auf ermittlungstaktische Gründe haben die Behörden bisher keine Angaben zu einem möglichen Motiv gemacht. Als Mordmerkmale nimmt die Staatsanwaltschaft Dresden Habgier und Heimtücke an. Deshalb ist davon auszugehen, dass es die Angeklagte auf das Vermögen ihres Ehemanns abgesehen hatte.
