Jobvermittler kommen auch hinter Gitter
Die 650 Gefangenen in der JVA Hammerweg in Dresden sollen schon hinter Gittern besser auf den Arbeitsalltag nach der Entlassung vorbereitet werden. Dafür unterzeichneten die Vollzugsanstalt, Arbeitsagentur und Jobcenter Dresden jetzt eine Kooperation.
Anstaltsleiterin Rebecca Stange: „Wir wollen so helfen, sie nach der Entlassung schneller wieder zu integrieren. Sie sollen schneller auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. Dazu beginnen sechs Monate vor der Entlassung die Beratungsgespräche.“ Zudem gibt's regelmäßige Besuche der Jobvermittler hinter Gittern. „Wir sind an jeder Arbeitskraft interessiert - gerade beim derzeitigen Fachkräftemangel. Wer noch keine Fachkraft ist, kann ja noch eine werden“, so Gerlinde Hildebrand, Chefin der Dresdner Arbeitsagentur. Da die Inhaftierten keinen Internetanschluss haben und sich also online nicht über Jobchancen informieren können, bringen die Vermittler auch die Papierformulare mit ins Gefängnis.
Die Zusammenarbeit mit der JVA besteht zwar schon lange, aber nun soll mit einer neuen Kooperationsvereinbarung die Hilfe weiter ausgebaut werden.
Das Problem bei der Arbeitsvermittlung von Strafgefangenen: Nur rund 30 Prozent der Insassen am Hammerweg haben einen Schulabschluss, noch weniger von ihnen eine Berufsausbildung. Deswegen kann man in der Haft bereits einen Schulabschluss und auch drei verschiedene Lehren machen. Am Hammerweg können die harten Jungs zu Bäckern, Gebäudereinigern oder auch Metallverarbeitern ausgebildet werden.
Wer geregelt in die Freiheit entlassen wird, hat bessere Chancen, nicht wieder auf die schiefe Bahn zu geraten. Bei der Vermittlung durch die Arbeitsagentur darf die „Vorgeschichte“ im Strafvollzug übrigens keine Rolle spielen. „Das gebietet der Datenschutz und gehört sich auch nicht. Wenn der Gefangene im Gespräch bei einem potentiellen Arbeitgeber dazu Auskunft geben möchte, kann er das. Aber von uns kommt keine Information dazu“, erklärt Gerlinde Hildebrand, Chefin der Arbeitsagentur Dresden.