Carolabrücke: Brückenzüge A und B stürzen kontrolliert ein
Showdown an der Dresdner Carolabrücke: Bei den Abrissarbeiten sind am Donnerstagmittag die beiden noch stehenden Teile wie geplant gefallen.
Los ging es mit dem Brückenzug A. Zuerst zerstörten die beiden Bagger den Asphalt der Fahrbahn sowie den Beton der Fahrbahnplatte und legten dann die Spanndrähte frei, um diese bis zum Fall des Brückenteils zu zerschneiden.
Es war dann kurz nach 13 Uhr, als plötzlich ein lauter Wums zu hören war. Über der Altstadt bildete sich eine große Staubwolke. Der Mittelteil des Brückenzuges A stürzte kontrolliert nach unten und liegt nun auf den zuvor aufgeschütteten Fallpolster in der Elbe. Der mittlere Brückenzug B folgte am Nachmittag wenige Minuten nach 17 Uhr auf die gleiche Weise.
Die Trümmer werden nun zerteilt und abtransportiert. Gearbeitet wird sechs Tage die Woche - bis Jahresende sollen die Reste des Bauwerks komplett beseitigt sein.
Schwere Technik im Einsatz
Im Einsatz war ein 120-Tonnen-Langarmbagger, der mit seinem 40-Meter-Arm über Zug B bis zum Zug A greifen kann. Auf der Oberstromseite am Neustädter Ufer arbeitete mit ihm gemeinsam ein 70-Tonnen-Bagger mit einem Ausleger von etwa 25 Metern.
Wer die Arbeiten auf der Baustelle verfolgen möchte, kann das online tun: LIVE: Abbruch der Carolabrücke Dresden - YouTube
Audio:
Der dritte Verkehrsstrang der Carolabrücke war in der Nacht zum 11. September vergangenen Jahres überraschend auf etwa 100 Metern Länge eingebrochen. Seitdem ist das Bauwerk aus DDR-Zeiten gesperrt.
Die Stabilität der Brückenreste wird permanent überwacht, die Schifffahrt ist beschränkt. Für den Abbruch des Brückenmittelteils über dem Fluss rechnen die Fachleute mit zehn Wochen. Die Elbe in Dresden bleibt dort so lange für den Schiffs- und Bootsverkehr komplett gesperrt.