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Carolabrücke: Gezerre um Neubau geht weiter

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Der Bauausschuss hat sich nicht auf die Spurenvariante für die zukünftige Dresdner Carolabrücke einigen können. Die Entscheidung wurde schlussendlich auf Antrag von Holger Zastrow vertagt - wegen Klärungsbedarf.

Vor der nächsten Ratssitzung soll es eine Sondersitzung geben, voraussichtlich am 16. Juni. Team Zastrow, CDU und FDP wollen eine Vierspur-Variante durchsetzen, die SPD ist für drei, den grünen reichen zwei Spuren. Das forderten auch dutzende Demonstranten am Donnerstag vor dem Rathaus.

Fraktionen streiten um die beste Variante 

Dass kein Beschluss gefasst wurde, lag laut CDU nicht an der Anzahl der Fahrspuren, sondern an der noch nicht abgeschlossenen Diskussionen mit externen Fachleuten zum Planungsverfahren. „Wichtig war uns, dass umsetzbare Ideen von unterschiedlichen Architekten und Ingenieuren vorgelegt werden und der Stadtrat die letzte Entscheidung trifft und dass auch Rechtssicherheit vorliegt“, sagte uns Veit Böhm, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken, André Schollbach kritisiert den Antrag auf Vertagung, der seiner Ansicht nach das Projekt weiter verzögert. „Es geht hier um eine der wichtigsten baupolitischen Entscheidungen mit weitreichenden Folgen für unsere Stadt. Dessen ungeachtet kommen CDU und Co. fünf Minuten vor der Angst eilig mit einem Antrag um die Ecke, der mit heißer Nadel gestrickt ist und in zentralen Punkten eine erschreckende Ahnungslosigkeit offenbart.“

Dresden braucht noch vor der Sommerpause eine Entscheidung zur Carolabrücke, fordert die SPD. „Wer den Entscheidungsprozess mit unseriösen Vorschlägen torpediert, handelt fahrlässig. Wir brauchen mehr Fachlichkeit und weniger Ideologie“, erklärt Stadtrat Stefan Engel.