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Ganz legal: Erstes Hanf-Labyrinth in der Sächsischen Schweiz

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Spätestens seit der Legalisierung von Cannabis kennt die grüne Pflanze mit den gezackten, schmalen Blätter jeder. Deswegen staunen Besucher der Obstscheune Krietzschwitz bei Struppen an der B172 auch nicht schlecht, dass dort jetzt ein ganzes Feld von Hanfpflanzen zum Besuch einlädt. 

In dem grünen Dschungel der über 2 Meter hohen Pflanzen wurden Wege angelegt, Schilder aufgestellt. Es ist Ostsachsens erstes Hanf-Labyrinth! Die Idee dazu hatte Ines Senger, Vorstand der Agrargenossenschaft Struppen, die nur vier Kilometer entfernt auf 1600 Hektar sieben verschiedene Getreidesorten, dazu Obst und Blumen anbaut sowie Milch- und Mastkühe hält. Letztes Jahr ludt auch in Threna bei Leipzig ein Labyrinth durch Hanf- und Maisfelder zum Verirren ein. 

„Es gibt ja schon viele Labyrinthe in Maisfeldern, deswegen wollten wir uns abheben und haben Nutzhanf angepflanzt“, so Senger. Nutzhanf muss regulär auch beim Anbau angemeldet werden,  hat aber einen THC-Gehalt von weniger als 0,3 Prozent. „Sie können sich also ruhig was drehen und unseren Hanf rauchen, aber der hat keine gesundheitsschädliche Wirkung“, lacht Senger. Stattdessen kann Nutzhanf zur Herstellung von Zellulose (und damit Papier) bzw. für Seile verwendet werden. 

2500 Quadratmeter ist das Hanf-Labyrinth groß und geht nahtlos in ein Labyrinth im Maisfeld über. An den Weggabelungen stehen Schilder, auf denen man Fragen zur Landwirtschaft und Region beantworten kann. „Ich wollte, dass die Leute nicht nur über die Landwirtschaft reden, sondern auch etwas über sie erfahren“, so Senger. Also geht's bei den Fragen z. B. um den Magen der Kuh oder auch, wie viele Cent letztlich beim Bauern für ein gebackenes Brötchen hängen bleiben. 

Alle Wege führen  auf kurzem oder längerem Weg zum Ziel im Labyrinth: der großen Hüpfburg aus Heuballen! Dort toben auch gerade Familie Roth und findet die neue Attraktion „total cool“. Den kleinen Obolus (3 Euro für Erwachsene bzw. 2 Euro für Kinder) entrichten sie da gern. Das Hanf-Mais-Labyrinth ist täglich noch bis Mitte September geöffnet und wird dann abgeerntet. 

Senger: „Aus dem Mais wird Silage für unsere Kühe und den Hanf werden wir wohl auch verfüttern, da wir für so eine kleine Fläche sonst keinen anderen Abnehmer finden.“ Wohl aber viele Besucher ... 

Audio:

Agrar-Chefin Ines Senger erklärt das Konzept des Hanf-Labyrinths