Carolabrücke: Abriss wohl schneller als gedacht
Der Abbruch der Carolabrücke in Dresden kann wohl doch schneller erfolgen, als gedacht. Wie die Stadt am Freitagmittag bekanntgab, sei durch die neu festgestellten Brüche Gefahr im Verzug - das Bauwerk könne jederzeit einstürzen. Dadurch werde man auf ein langwieriges Vergabeverfahren verzichten und den Abriss ohne Ausschreibung noch diese Woche direkt vergeben.
In Vorbereitung für den Abbruch werden am Montag und Dienstag vor Ort weitere Untersuchung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes vor Ort stattfinden, dabei werden auch Drohnen eingesetzt. In den vergangenen Wochen waren vermehrt Blindgänger gefunden wurden.
Wann und ob Schiffe wieder fahren dürfen, wird am Sonntag entschieden. „Wenn für 72 Stunden keine weiteren Ereignisse auftreten sollten, ist eine schiffsgenaue Durchfahrt für dringende Transporte nach Anmeldung und unter ständiger Überwachung wieder möglich.“, heißt es aus dem Rathaus. Die Schiffe hatten aufgrund der entdeckten Brüche seit Dienstag pausieren müssen.
Reaktionen aus der Stadtverwaltung
Holger Zastrow von Team Zastrow:
"Wir begrüßen die Entscheidung, die Brücke per Direktvergabe jetzt sofort abzureißen. Trotzdem ist das Verhalten der Stadtverwaltung zu kritisieren. Denn genau das hat unsere Fraktion seit Anfang an gefordert. Statt jedoch unverzüglich und pragmatisch zu handeln, gab es nichts als Ausreden, juristische Phrasen und im Ergebnis einen teuren und vor allem unnötigen Zeitverlust. Zum wiederholten Mal erweisen sich alle Einwände der Stadt als unzutreffend. Erneut haben sich die Verantwortlichen in ihrer Einschätzung getäuscht. Es ist ein Fakt, dass die Stadtverwaltung jedes Mal durch massiven politischen Druck aus den Reihen des Stadtrates oder durch eintretende Ereignisse zu einem vernünftigen Handeln gezwungen werden muss. Es bleibt dabei: wenn weiterhin Bürokratie und Hasenflüssigkeit das Handeln der Stadtverwaltung bestimmen, wird das mit der Brücke zu einer Never Ending Story."