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Bosch Power Tool macht dicht in Sebnitz - Was wird aus den Angestellten?

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Es sei ein Schlag für die Region: Das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat bestürzt über die Schließung des Werkes „Bosch Power Tool“ in Sebnitz reagiert. Ende 2026 soll der Wirtschaftsstandort dicht machen. Das betrifft 280 direkt Beschäftigte, aber auch die zahlreichen Zulieferbetriebe. Laut Landrat Michael Geisler sei man aktiv in Gespräch mit den Angestellten, um Lösungen zu finden.

Bosch hatte diese Woche angekündigt, zwei Werke aufgrund der gesunkenen Nachfrage zu schließen - in Sebnitz sowie Stuttgart. In beiden Standorte werden u.a u.a. Elektrowerkzeuge wie Bohr- und Schlaghämmer oder Gartenwerkzeuge hergestellt.

2024 erwirtschaftete die Bosch-Tochter einen Umsatz von 5,1 Milliarden Euro. Ungefähr 90 Prozent davon entfielen auf das Ausland. Rund 3.000 der 18.700 Power-Tools-Beschäftigten arbeiteten in Deutschland. Werke gibt es unter anderem noch in Ravensburg und Murrhardt.

Power-Tools-Chef: „Entscheidung fällt uns sehr schwer“

Bereichsvorstand Thomas Donato teilte mit: „Die bereits laufenden Kosten- und Effizienzprogramme reichen nicht aus, um den Kostendruck abzufedern und unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken.“ Die Auslastung der Werke sei wegen der rückläufigen Nachfrage deutlich gesunken. Daher müsse man die historisch gewachsenen Strukturen anpassen und sich zukünftig auf weniger Standorte mit hoher Kosteneffizienz fokussieren. 

„Diese Entscheidung fällt uns sehr schwer“, teilte Donato weiter mit. Sie müsse leider dennoch getroffen werden, um die Zukunftsfähigkeit von Bosch Power Tools nachhaltig zu sichern. „Unser Ziel ist es, die erforderlichen Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich umzusetzen.“ Beschäftigte und Betriebsräte wurden demnach über die geplanten Maßnahmen informiert. In Kürze soll es Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern geben. 

Arbeitnehmer kündigen Widerstand an

Von diesen kam scharfe Kritik: „Das ist ein Skandal, den wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen werden“, teilte Uwe Garbe, Erster Bevollmächtige der IG Metall Ostsachsen, mit. Gerade in Ostdeutschland sei der gesellschaftliche Zusammenhalt gefährdet. „Statt künftig in Billiglohnländern zu produzieren, sollte der Arbeitgeber Verantwortung für seine Beschäftigten übernehmen, die ihnen in guten Zeiten fette Gewinne erwirtschaftet haben.“ In Sebnitz gab es am Donnerstag eine Betriebsversammlung am Werkstor. 

Die Bezirksleiterin der IG Metall in Baden-Württemberg, Barbara Resch, teilte mit: Auch Bosch stehe unter Druck, aber „wer nur mit Stellenabbau antwortet, hat die falsche Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit.“ Bereits im Sommer 2024 hatte sich Power Tools mit dem Betriebsrat am Stammsitz auf einen Stellenabbau für die Zentral-, Entwicklungs- und Verwaltungsbereich verständigt. 480 Jobs sollen dort wegfallen. Im gesamten Konzern gibt es mehrere Abbauprogramme, auch weitere sind Bosch-Chef Stefan Hartung zufolge nicht ausgeschlossen. Tausende Stellen sollen gestrichen werden.