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Aufatmen in Dresden: Bombe entschärft!
Die am Dienstagvormittag bei Räumungsarbeiten an der Dresdner Carolabrücke gefundene Weltkriegsbombe ist entschärft! Punkt 13:19 Uhr gab es am Mittwoch Entwarnung. Der Sperrkreis wurde aufgehoben, die etwa 17.000 Anwohner konnten zurück in ihre Wohnung.
Wir sagen an dieser Stelle Dankeschön an alle Einsatzkräfte, Helferinnen und Helfer und an alle Dresdner, die diese Ausnahmesituation am Mittwoch zusammen durchgestanden haben:
Der Fund der etwa 250 Kilo schweren Bombe aus dem 2. Weltkrieg hatte Dresden erneut in einen Ausnahmezustand versetzt. In einem Radius von 1.000 Metern um die Fundstelle wurde ein Sperrkreis eingerichtet. Kurzerhand wurden Notfallunterkünfte und Shuttle-Busse auf die Beine gestellt, zahlreiche Menschen unterstützten bei der Evakuierung.
Polizeibeamten kontrollierten am Vormittag, dass das Areal auch wirklich menschenleer war. Es kreiste auch ein Hubschrauber über den betroffenen Gebieten. Erst nach dieser Kontrolle begannen die Kampfmittelspezialisten mit der Entschärfung.
Auch tausende Hotelgäste warten betroffen. Wir haben in unserem Ticker berichtet:
16:26 Uhr Altmarkt-Galerie wieder offen
Auch die Altmarkt-Galerie ist wieder offen - jedoch nicht alle Shops. Einige Läden werden noch öffnen bzw. geschlossen bleiben.
Alle großen Geschäfte würden aber wie gewohnt besucht werden können, heißt es von den Betreibern.
15:58 Uhr Verkehr rollt wieder
Bis der Verkehr wieder völlig normal läuft, dauert es normalerweise immer eine Weile. Bei den DVB ging aber alles ganz schnell: Schon kurz nach der Entschärfung wurden die Umleitungen aufgehoben.
14:20 Uhr Sprengmeister Holger Klemig im Interview
Die Entschärfung der Bombe verlief nicht ohne Weiteres. Denn die 250-Kilo-Fliegerbombe mit den mehr als 100 Kilo Sprengstoff lag auf mehreren Flussbausteinen. Sie musste daher zunächst vom Schotterberg auf ebenen Grund bewegt werden.
Sprengmeister Holger Klemig, der den Zünder entfernte, sprach direkt im Anschluss mit unserer Reporterin Christine Pesch. Er dankte als erstes seinem Team. "Das ist ja nicht allein mein Verdienst, da steht ein gesamtes Team dahinter."
Der Zünder wurde mittels einer Zange herausgedreht. "Das ist ein Messingzünder, ein Aufschlagzünder", so Klemig. Die Fliegerbombe wird nun nach Zeithain gebracht. "Ich vermute, die muss nach ein zwei Tagen kontrolliert gesprengt werden, weil die aus der Elbe kommt", sagte uns der langjährig erfahrene Sprengmeister.
Er wird nach dem Abschluss erst einmal runterkommen "und zu Hause 'ne Zigarre rauchen."
13:19 Uhr Bombe erfolgreich entschärft
Aufatmen in Dresden - die Bombe ist entschärft! Punkt 13.19 Uhr gab es Entwarnung. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie den Zünder der britischen Fliegerbombe entfernt. Nun wird die 250-Kilogramm-Bombe zur Entsorgung in die zentrale Sammelstelle nach Zeithain gebracht.
Die Polizei wird den Sperrbereich rund um die Carolabrücke in Kürze aufheben. Damit können auch die Anwohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Verkehrseinschränkungen werden ebenfalls aufgehoben.
Im Namen aller Einsatzbeteiligten bedankt sich die Polizeidirektion Dresden bei den Dresdnerinnen und Dresdnern für ihre Mitwirkung und ihr Verständnis.
13:16 Uhr Darum wird die Bombe bewegt
Die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes haben die Bombe mithilfe eines Krans bewegt. Sie wird auf ebenem Grund unter einem dafür eigens aufgestellten Pavillon entschärft.
12:38 Uhr Evakuierung abgeschlossen
Gegen 12:33 Uhr haben die Einsatzkräfte die Evakuierung abgeschlossen. Sie verlief reibungslos. 192 Betroffene sind in der Notunterkunft in der Messe Dresden aufgenommen worden.
Zur Kontrolle des Sicherheitsbereiches brachte die Polizei auch einen Hubschrauber zum Einsatz. Jetzt beginnen die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mit der Entschärfung der Bombe. Während der Entschärfung bleibt der Sicherheitsbereich gesperrt. Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.
12:11 Uhr Wegen Entschärfung: Funkturm verschiebt Wartung
Wenn in Dresden eine Weltkriegsbombe entschärft werden muss, ist das Radio für viele Menschen eine wichtige und zuverlässige Informationsquelle. Diesmal wäre das aber beinahe schief gegangen, im Äther drohte Funkstille. Denn am Dresdner Fernsehturm stehen für heute Nachmittag eigentlich lange geplante Wartungsarbeiten an.
Der Betreiber hat auf unsere Nachfrage hin entschieden, die Abschaltung zu verschieben. Mehr Informationen gibt es in unserem Artikel "Wegen Bombenentschärfung: Funkturm verschiebt Wartung".
11:52 Uhr Sperrbezirk wird weiter kontrolliert
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist vor Ort. Bis 9 Uhr sollten alle Unterkünfte – von Hotels bis Wohnungen – geräumt sein. Nun heißt es: Abwarten! Die Polizei kontrolliert gemeinsam mit weiteren Helfern, ob der Bereich von allen verlassen wurde.
Erst dann können die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mit der Entschärfung der Bombe beginnen.
10:46 Uhr Wenig Menschen in der Notunterkunft
Der Andrang in der Notunterkunft hält sich in Grenzen. Laut Feuerwehrsprecher Michael Klahre befanden sich gegen 9:30 Uhr nicht einmal 100 Personen in der Messe.
Einer von ihnen ist ein Tourist aus Argentinien. "Wir waren zwei, drei Tage hier und plötzlich gestern wussten wir: es muss evakuiert werden! Unsere Dinge sind noch im Hotel. Wir warten jetzt darauf, dass die Bombe entschärft wird, um Dresden weiterzuerkunden. Es ist eine wunderschöne Stadt!", so der Mann gegenüber unserer Reporterin Pauline Möckel.
09:25 Uhr Kampfmittelbeseitigungsdienst rückt an
Die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst sind eingetroffen. Das Wetter meint es heute gut mit ihnen, die Bedingungen für eine Entschärfung sind deutlich besser als in den vergangenen Tagen.
Die Dresdner Polizei weist erneut darauf hin, dass alle Menschen den Evakuierungsbereich verlassen müssen. Die Notunterkunft in der Dresdner Messe steht seit 6 Uhr zur Verfügung. Einige Menschen, vor allem ältere Menschen, haben sich bereits in der Messe eingefunden. Sie lesen Zeitungen und spielen Brettspiele.
09:19 Uhr Auch tausende Hotelgäste betroffen
Von der Evakuierung sind nach Schätzungen des Dehoga-Landesverbandes auch bis zu 6.000 Hotelgäste in Dresden betroffen. Sie mussten am Morgen ihre Koffer packen, vorzeitig abreisen oder eine alternative Unterkunft suchen.
09:00 Uhr Sperrkreis wird geschlossen
In diesen Minuten schließt die Dresdner Polizei den Sperrkreis. Straßen werden abgeriegelt, Busse und Bahnen umgeleitet. Wer sich jetzt noch in dem Bereich befindet, sollte ihn zügig verlassen. Die Polizei wird alle Gebäude kontrollieren und Menschen auffordern, den Evakuierungsbereich zu verlassen.
08:53 Uhr Polizei hofft auf schnelle Entschärfung
Der Großeinsatz legt weite Teile des öffentlichen Lebens lahm. Die Staatsregierung arbeitet im Homeoffice, Gerichtsverhandlungen am Landgericht fallen aus, acht städtische Kitas bleiben geschlossen. Die Altmarktgalerie will nach Aufhebung der Evakuierung wieder öffnen, die Dampfschifffahrt streicht einige Fahrten. Hotels ebenfalls betroffen sowie Fitnessstudios. Läuft alles nach Plan, könnte Dresden am Nachmittag zur Normalität zurückkehren, hofft Polizeisprecher Marko Laske.
08:35 Uhr DVB leiten Busse und Bahnen um
Ab sofort treten die folgenden Umleitungen in Kraft: http://dvb.de/bombe Betroffen sind die Bahnlinien Li. 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9, 12, 13 sowie Buslinien 62 und 68
08:41 Uhr Polizei bereitet Sperrkreis vor
Ab 9 Uhr tritt der Sperrkreis in Kraft. Im Umkreis von einem Kilometer um den Fundort werden alle Straßen gesperrt. Rund um den Sperrkreis wird die Polizei Kontrollpunkte einrichten. Erst wenn der Bereich sicher ist, wird der Sprengmeister mit seiner Arbeit beginnen. Bis jetzt läuft alles nach Plan, sagte uns Polizeisprecher Marko Laske.
08:30 Uhr Einsatz läuft - Großaufgebot an Helfern
Zahlreiche Helfer sind vor Ort. Auf insgesamt 160 Einsatzkräfte schätzt Feuerwehrsprecher Michael Klahre das Aufgebot. Dazu gehören Rettungsdienste von Feuerwehr, Johanniter, Malteser und dem DRK.
08:20 Uhr Notunterkunft in der Messe
Eine Notunterkunft ist von der Landeshauptstadt Dresden in der Messe Dresden an der Straße Am Messering eingerichtet. Die Dresdner Verkehrsbetriebe setzen Shuttlebusse dorthin ein. Die fahren von der Wilsdruffer Straße/Galeriestraße, Pillnitzer Straße/Gerichtsstraße, Sachsenplatz/Florian-Geyer-Straße und Albertstraße/Archivstraße.
08:05 Uhr Dampfschifffahrt streicht Fahrten
Auch die Flotte der Sächsischen Dampfschifffahrt ist betroffen. Die "L12", die Tour in die Sächsische Schweiz, startet um 10.10 Uhr von Blasewitz aus.
Die Schlösserfahrten, die "L61" um 10 und 12 Uhr entfallen, auch die Stadtfahrten der "L72" um 11 und 16 Uhr findet nicht statt.
08:00 Uhr Acht Kitas bleiben geschlossen
Aufgrund der Evakuierung zur Bombenentschärfung bleiben heute die folgenden Kitas geschlossen:
• Evangelische Kita "Eckstein" (Hospitalstraße 20)
• Evangelische Kita "Dreikönigskinder" (Oberer Kreuzweg 1)
• Außenstelle der Evangelischen Kita (Georgenstraße 3)
• Kita an der Cockerwiese (Blüherstraße 2)
• Kita "Krümelkiste" (Oberer Kreuzweg 2)
• Kita Hauptstraße 26a (Hauptstraße 26a)
• Kita "Altstadtinsel Haus 13" (Rietschelstraße 13)
• Kita "Altstadtinsel Haus 15/17" (Rietschelstraße 15/17)
Verkehrseinschränkungen beim RVSOE
Folgende RVSOE-Linien sind von der Sperrung aufgrund der Entschärfung betroffen:
Linie +261 und alle Fahrten mit Endpunkt Pirnaischen Platz der Linien +333 , +360 und 366
Die Linie +261 wird ab 8.30 Uhr für den Zeitraum der Entschärfung wie folgt umgeleitet:
- von Sebnitz kommend ab Haltestelle Waldschlößchen Umleitung über Waldschlößchenbrücke direkt zum Dresdner Hauptbahnhof
- vom Dresdner Hauptbahnhof kommend Umleitung direkt zur Haltestelle Angelikastraße über Waldschlößchenbrücke.
Die Linien +333 / +360 / 366 werden ab 8.30 Uhr für den Zeitraum der Entschärfung wie folgt umgeleitet:
- ab Haltestelle Dresden, Hbf. Umleitung zur Haltestelle Dresden, Ammonstraße
Die Haltestellen Diakonissenkrankenhaus, Albertplatz, Pirnaischer Platz und Walpurgisstraße können im gesamten Zeitraum der Entschärfung nicht angefahren werden.
Bilder des Bombenfundes in der Fotogalerie
Es ist nicht die erste Bombe auf der Brückenbaustelle. Anfang Januar mussten nach dem Fund einer Fliegerbombe rund 10.000 Menschen evakuiert werden. Der Blindgänger konnte vor Ort erfolgreich entschärft werden.
Zwei weitere Bomben Ende Januar hatten keinen Zünder und konnten gefahrlos abtransportiert werden.
Hintergrund: Bombardierung und Carolabrücke
Dresden war im Zweiten Weltkrieg mehrfach bombardiert worden. Im Februar 1945 wurde die Elbestadt bei Angriffen britischer und amerikanischer Bomber großflächig zerstört. Bis zu 25.000 Menschen verloren ihr Leben. Bei Bauarbeiten im Stadtgebiet werden noch immer Blindgänger gefunden. Auch an der Carolabrücke tauchten sie auf.
Ein Teil der 1971 eingeweihten Carolabrücke mit Straßenbahngleisen und Radweg war in der Nacht zum 11. September 2024 völlig überraschend eingestürzt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Als Hauptgrund gilt durch Feuchtigkeit ausgelöste Korrosion. Die Brücke muss komplett abgerissen werden. Das betrifft auch die beiden Brückenzüge, die in den vergangenen Jahren mit einem Aufwand von mehreren Millionen Euro saniert wurden. Die Stadt plant einen Ersatzbau. (mit dpa)