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Augustusbrücke bleibt für Jahre „verrohrt“

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Eigentlich waren die dicken schwarzen Rohre auf der denkmalgeschützten Augustusbrücke in Dresden nur ein Provisorium! Denn sie wurden innerhalb von nur wenigen Wochen dort auf dem Fußweg verlegt, um die Warmwasserversorgung der Neustadt aufrecht zu erhalten. Denn die eigentlichen Rohre waren beim Zusammenbruch der Carolabrücke mit gekappt worden.

Doch das Winter-Provisorium, wie es bei SachsenEnergie und Stadtverwaltung hieß, bleibt nun für Jahre. Auf eine Anfrage des SPD-Stadtrates Stefan Engel antwortet OB Dirk Hilbert: „Die provisorischen Fernwärmeleitungen ist aktuell für die sichere Versorgung der Fernwärmekunden in der Dresdner Neustadt weiterhin notwendig. Entsprechend werden die Leitungen auf der Augustusbrücke so lange liegen müssen, bis die Versorgung anderweitig sichergestellt werden kann. Somit ist auch der Rückbau von der möglichen Realisierung eines Brückenneubaus abhängig.“ Und der steht nicht vor 2028!

Denn wie Baubürgermeister Stephan Kühn erklärt: „Wir werden dem Stadtrat im Mai vorschlagen, einen Ersatzneubau der Carolabrücke (in Form der alten, d.R.) vorzunehmen, mit dem wir hoffentlich 2027 ins Bauen kommen.“ Die Alternative wäre ein komplett neuer Brückenbau mit neuem Design, neuem Planfeststellungsverfahren und jahrelangen Genehmigungsrunden. In beiden Fällen könnten die neuen Fernwärmerohre für die Neustadt wieder mit in der Brücke verlegt werden. Oder aber, die SachsenEnergie baut sich einen Tunnel für die Rohre unter der Elbe. „Das ist jedoch ein sehr kostspieliges und aufwendiges Verfahren“, so Kühn. Von Seiten der SachsenEnergie heißt es, man habe für beide Varianten Machbarkeitsstudien vorliegen. Neben Bauzeit. Kosten und technische Umsetzbarkeit gäbe es noch „unklare Rahmenbedingungen der beiden Varianten“ abzustimmen. Alles hänge jetzt vor allem davon ab, welche Brücken-Variante der Stadtrat wählt

Engel reagiert sauer: „Die sichere Fernwärmeversorgung der Neustädter Elbseite hat natürlich die höchste Priorität. Aber warum kündigt die Stadtverwaltung im letzten Herbst großspurig eine alternative Fernwärme-Lösung an und ist sechs Monate später keinen Schritt weiter? Wenn die Fernwärmeleitungen nicht über viele Jahre auf der Brücke liegen sollen, müssen jetzt konkrete Schritte folgen.“ Auch wenn sich die Dresdner und Touristen scheinbar an den der Rohre gewöhnt hätten, sie seien „keine Zierde“ und behindern die Fußgänger.