Abrissauftrag per Handschlag: Statement der Stadt Dresden
Um die Vergabe des Abbruchauftrags für die Carolabrücke in Dresden gibt es weiter Zoff. Baubürgermeister Stephan Kühn hat bestätigt, dass die Firma Hentschke den Auftrag zunächst nur per Handschlag erhalten hat. Ein finaler Vertrag sei noch nicht geschlossen worden, das zeitlich schlichtweg nicht möglich gewesen, so Kühn weiter.
Die Stadträte fordern Aufklärung - Kühn sichert das zu. Man arbeite an einer schriftlichen Interimsvereinbarung. Diese soll die Grundlage für die ersten Abrissarbeiten von Hentschke Bau werden. Für den finalen Vertrag müssten noch zahlreiche Faktoren bewertet werden, zum Beispiel die zu erwartenden Wasserstände der Elbe.
Baubürgermeister verteidigt Vorgehen der Landeshauptstadt
„Der Abriss der Carolabrücke ist unter den gegebenen Umständen ein komplexes Vorhaben“, erklärt Kühn. „Die Leistungen zu beschreiben, zu kalkulieren und darauf aufbauend einen ordentlichen Vertrag zu formulieren kostet einige Zeit. Zeit, die die Landeshauptstadt in dieser Situation nicht hat. Die Landeshauptstadt hat sich daher mit der Firma Hentschke Bau mündlich darauf verständigt, dass diese unmittelbar mit den Leistungen, vor allem mit der Planung und vorbereitenden Arbeiten, beginnt. Im Gegenzug wird die Landeshauptstadt die Aufwendungen der Firma Hentschke Bau nach den objektiv erforderlichen und angemessenen Kosten vergüten.“
Eine solche Verständigung ist nach Aussage des Baubürgermeisters auch ohne Schriftform möglich. „Dieses zeitlich gestaffelte Vorgehen mag ungewöhnlich erscheinen, ist jedoch aufgrund der Gesamtsituation die einzige Möglichkeit, schnell und dennoch geordnet, den Abriss zu beauftragen und durchzuführen“, verteidigt Kühn das Vorgehen der Stadt.