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200 Jahre im Geschäft: Dresdens Edel-Konditorei bekommt Nachwuchs

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Sie sind Dresdens ältestes Familienunternehmen, das immer noch aktiv ist. Die Konditorei Kreutzkamm - bis 1945 mit edlem Café am Altmarkt - hat auch 200 Jahre nach ihrer Gründung keine Nachwuchssorgen!

Nachdem Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller 2018 von ihrer 86jährigen Mutter das Zepter in der Firma übernahm, steigt mit diesem Jahr nun auch Tochter Katharina mit ein! Damit geht das Geschäft in sechster Generation weiter, keine Selbstverständlichkeit im Handwerk heute. Die 26-Jährige übernimmt die Leitung im Marketing und Vertrieb, will die Dresdner Baumkuchen und Stollen noch bekannter machen. Derzeit liefert Kreutzkamm schon in 67 Länder der Welt! „Mein Vater schrieb in seinen Memoiren, wie er sich erinnern konnte als Kind, wenn der Klempner kam, um die Blechdosen (mit Backwaren, d.R.) zuzulöten. Also wenn jemand Ahnung vom Verschicken hat, dann wir. Wir waren das Amazon des 19. Jahrhunderts“, lacht die Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller. 

Sie wurde in München geboren, wohin die Familie im Krieg flüchtete. „Doch alle vier Kinder sind in Dresden geboren und wir sind nach der Wende auch so schnell wie möglich wieder nach Dresden zurück gekehrt und haben hier unser Geschäft wieder eröffnet“, erklärt die Geschäftsführerin stolz. Denn hier begann 1825 alles.

Neben einem Onlineshop betreibt Kreutzkamm auch drei traditionsreiche Kaffeehäuser in München und Dresden mit Conditorei- und Confiserie-Spezialitäten. Gut 800 verschiedene Produkte fertigen die Bäcker und Konditoren der Firma. 

Zusätzlich übernimmt Tochter Katharina Kreutzkamm-Aumüller die Außendarstellung des Familienbetriebes fürs 200jährige Jubiläum dieses Jahr. „Es ist ein besonderes Geschenk, im Jubiläumsjahr mit dem Einstieg der sechsten Generation unsere Familientradition, in die Zukunft zu führen. Sowohl meiner Mutter Friederike Kreutzkamm als Senior-Chefin als auch mir war es immer wichtig, dass die kommende Generation sich aus freien Stücken fürs Familienunternehmen“, so Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller.

Und das tat Katharina: „Mein Ziel ist es, die Marke Kreutzkamm national und international weiter zu stärken und neue Zielgruppen für unsere handgefertigten Konditoreiwaren zu begeistern.“ Sie ging in Deutschland und den USA in die Schule, studierte Business Administration und Management und arbeitete zuvor bei Siemens in München im Bereich Digital Innovation sowie u.a. bei einem Berliner Start-up für Bio-Lebensmittel. „Es ist schon eine besondere Entscheidung und auch Verantwortung, in ein Familienunternehmen einzusteigen, wenn man auf eine so lange Geschichte wie unsere Familienhistorie zurückblickt. Aber vor allem ist es die größte Freude, sein Wissen und seine Leidenschaft ins Familienunternehmen einzubringen, mit dem man aufgewachsen ist?“, sagt Katharina Kreutzkamm-Aumüller. 

Im Moment stecken alle Kreutzkamms in der Vorbereitung der Osterzeit - jedes Jahr ein Fest fürs Backen und edle Konditorkunst.

Audio:

Radio-Dresden-Reporterin Claudia Lord im Gespräch mit Elisabeth und Katharina Kreutzkamm-Aumüller