• Portugal ist vor allem mit den beiden Städten Lissabon und Porto ein beliebtes Reiseziel bei Hipstern. fotolia.de © anyaberkut

Szeneurlaub in Portugal – Reisen wie ein Hipster

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Längst ist Portugal mit seiner scheinbar immer warmen und wunderschönen Algarve, und vor allem auch mit der angesagten Hafenstadt Lissabon, kein Geheimtipp mehr. Nicht nur die durchschnittlichen Urlauber, die eben einfach in den Süden wollen und Spanien und Italien schon oft genug gesehen haben, kommen hierher. Immer mehr Hipster und Leute aus der Szene versammeln sich im Sommer ebenfalls an den Küsten und Städten des schönen Landes und vertreiben sich dort ihre freien Tage. Wer einen solchen szenigen Urlaub in Portugal verbringen möchte, wie es eben jene Hipster hin und wieder tun, sollte sich den folgenden Guide nicht entgehen lassen.

Die Ankunft in der weißen Stadt

Am Anfang oder am Ende jeder Reise nach Portugal steht bei den meisten jungen Leuten und bei vielen Hipstern die Hauptstadt des Landes: Lissabon, die weiße Stadt am Tejo. Den Spitznamen die weiße Stadt trägt Lissabon aufgrund der vielen weißen Häuser die sich über die sieben Hügel erstrecken, auf denen die Stadt erbaut ist.

Hier in Lissabon kommen die meisten Flüge aus dem Ausland an und die meisten Menschen fliegen auch von hier wieder ab. In der Regel sind Flüge in die weiße Stadt günstiger, als in die zweitgrößte Stadt des Landes, nach Porto. Selbst in der Hauptsaison von Juli bis August, in der es in Lissabon am wärmsten ist, finden sich meist Direktflüge schon ab 50 € pro Person, egal ob von Dresden oder sonst wo in Deutschland aus.

In der weißen Stadt angekommen fehlt vielen zunächst die Orientierung. Denn Lissabon ist vor allem durch die vielen Hügel und Treppen und Aussichtspunkte weitläufig. Ein kleiner Orientierungsspaziergang auf einen dieser Hügel kann nicht schaden um sich einen besseren Überblick zu verschaffen. Denn auch wer später noch die hippen Viertel erkunden will, darf sich erst einmal ein wenig in den vielen netten, kleinen Gassen verlieren und den Flair der Stadt aufsaugen.

Danach allerdings sollte sich schleunigst dem Viertel Bairro Alto zugewendet werden. Denn hier trifft der Hipster auf den Dandy, der Designer auf den renommierten Cafébesitzer, der Fashionista auf den Partykönig. Kreative Köpfe und Nachtschwärmer schwören schon seit Längerem auf dieses Viertel und halten sich kaum noch woanders auf. Exzentrische neue Geschäfte, die hinter Streetart und graffitiverzierten Fassaden eröffnet haben, locken zum Stöbern, Staunen und Geldausgeben ein. Allerdings beginnt der Spaß erst nachmittags; in den frühen Stunden läuft im Bairro Alto eher weniger. Ab den Nachmittagsstunden können sich Hipster dann aber in Secondhand-Läden, Vinylshops und Modern-Living-Häusern rumtreiben oder Schmuck und Kunst betrachten, Bücher lesen, Sneaker anprobieren und abends in den gleichen Läden nicht selten auch noch feiern.
 
Porto – das hippere Lissabon?

Noch immer bleiben nicht wenige Hipster in Lissabon hängen und verbringen ihren ganzen Urlaub dort. Andere wiederum haben sich ein neues Ziel erobert: Porto, die knapp 300 Kilometer nördlicher und ebenfalls an der Westküste liegende, zweitgrößte Stadt Portugals. Ob atemberaubende Architektur aus dem 18. und 19. Jahrhundert, neue Indie-Bars und Restaurants und eine entspannte Atmosphäre, die durch den exzellenten Wein unterstützt wird, die Stadt verzaubert vom ersten Tag. Das alte Zentrum ist voll von gepflasterten Straßen und Balkonen die mit liebevoll begrünten Blumentöpfen geschmückt sind. Die Liebe der Stadt für gutes Essen und Design ist in Concept Stores und trendigen Restaurants mit innovativen kleinen Tellern und Portionen zu spüren.

Wichtige Szenen und Hipster Aktivitäten sind gastronomische Erlebnisse Portos sowie die Fashion Szene. Regelmäßig teilen Hipster Ihre regionalen Erfahrungen via Social-Media-Kanäle.

Hier ein paar Tipps für einen gelungenen Tag:

•    So sollte sich zunächst ein Kaffee und Gebäck in einer der unzähligen Confeitarias der Stadt gegönnt werden, um gut in den Tag zu starten.
•    Lasst euch beim Frühstücken aber noch Platz für das folgende Mittagessen welches ihr zum Beispiel im Feeting Room bekommen könnt, einem schicken Concept Store. Dieser verkauft nebenbei auch stylische Kleidung und Accessoires, darunter wunderschöne Lederwaren der Marke Maria Maleta aus Porto.
•    Bei A Vida Portuguesa finden Hipster farbenfrohe, nostalgische, portugiesische Produkte. Von Notizbüchern bis hin zu Dosen mit Sardinen, alle mit intakter Retro-Verpackung.
•    Halbes Wohnzimmer, halber Laden, ist der Mercado 48: Dort bekommt man die Art von Souvenirs, die man stolz zu Hause zeigen oder an die Daheimgebliebenen verschenken kann. Wie etwa auch die modernen Kork-und-Keramik Teekannen und Tassen. In einer Vielzahl von Farben glasiert spielen sie auf Portugals Geschichte der Korkproduktion an und begeistern jedes Hipsterherz.
•    Das Centro Comercial Bombarda öffnet dann am Nachmittag und begeistert mit einer Ansammlung von kleinen Geschäften und Restaurants auf der von Galerien bewohnten Rua da Bombarda. Für alle, die nach Boutiquen suchen, die mit Waren von einheimischen Designern vollgestopft sind, dürfte das der Himmel sein.

Ob Porto nun die weiße Hauptstadt ersetzen kann bleibt fragwürdig. Klar ist: Hipster können sich in beiden Städten wunderbar ausleben und finden ihre coolen kleinen Viertel, in denen gut gegessen und eingekauft werden kann.

Szenemäßig sportlich aktiv sein

Längst ist es nicht mehr üblich für die Szene, dass nur entspannt und konsumiert wird. Neben einem nachhaltigen Lifestyle, der besonders auch die Region die gerade bereist wird unterstützt, ist es auch angesagt sich fit zu halten. Und warum sollte man dies als Urlauber auch nicht tun? Portugal bietet sich mit seiner teils recht rauen Westküste zu manchen Jahreszeiten für Wassersport besonders an. Und da wir den in Deutschland bekanntermaßen weniger gut ausführen können, lohnt sich zum Beispiel ein Besuch des Fischerstädtchens Nazaré, das bis vor einigen Jahren noch eher unbekannter war.

Erst 2011, als der Amerikaner Garret McNamara eine Monsterwelle vor dem kleinen Städtchen surfte, die hinterher als die höchste jemals gesurfte Welle vermessen wurde, bekam das Dorf weltweites Ansehen. Sportler aus Hawaii und Tahiti kamen nach Portugal, nur um die Wellen zu sehen und sich ihnen zu stellen. Jährlich findet nun in der Herbst- und Wintersaison die „Big Wave Nazaré Challenge“ in dem kleinen Städtchen statt und versammelt die Szene um sich.

Dieses Event sollte sich keiner, der vor hat, in der kälteren Saison in das etwas wärmere Portugal zu fliehen, entgehen lassen. Und wer sich selbst einmal auf dem Brett versuchen will, kann die Chance auch gleich nutzen und einen Einsteigerkurs in einer der vielen kleinen Surfschulen oder bei den Verleihs machen, die in der Regel sehr wenig Geld verlangen. Surfbrett und Ausrüstung werden zur Verfügung gestellt, Spaß und ein wenig Mut sind selbst mitzubringen. Aber keine Angst: Die Monsterwellen direkt vor der Küste müssen nicht gesurft werden. In den Buchten um Nazaré herum finden sich optimale kleinere Sandbänke, an denen Anfänger und Fortgeschrittene sich versuchen können.

Wer es dann doch lieber etwas entspannter mag, kann sich bei diversen Yogazentren in Portugal um „Body, Soul und Spirit“ kümmern. Besonderer Anziehungspunkt ist auch hier der Strand. An den Küsten eröffnen immer mehr Schulen und Yogazentren, die sich einem großen Zulauf von Hippies, Hipstern und sonstigen Szeneleuten erfreuen, die sich dem spirituellen Sport widmen möchten. Beliebt ist dafür unter anderem das Lulushanti Yoga Studio in Albufeira. In der Quinta da Calma in Almancil kommen Körper und Seele weiterhin mit Reiki, Tai-Chi und Yoga wieder ins Gleichgewicht. Und auch bei Surfen ist der Trend im Übrigen angekommen. Sie beginnen ihren sportlichen Tag mit einem Sonnengruß und anschließend geht es ab in die wilden Wellen. Yoga und Surfen als kombiniertes Paket bekommt man in speziellen Camps wie etwa dem Surf for Soul in Burgau und dem Surf'n'Yoga Special in Peniche.

Egal ob erst sportlich, oder städtisch – die Kombination aus Aktivität und Vergnügen macht’s und lässt den Urlaub zur echten Hipsterreise werden.