Sicheres Feuerwerk zum Jahreswechsel

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Landes­kri­mi­nalamt Sachsen gibt Tipps zum Gebrauch von Pyrotechnik

Zum Jahres­wechsel wird auch hier in Sachsen üblicher­weise mit Sekt angestoßen und der nächtliche Himmel mittels Pyrotechnik in bunte Farben getaucht. Sollte das Feuer­werk früher böse Geister vertreiben, drückt es heute vor allem die Vorfreude auf das neue Jahr aus. Doch jedes Jahr wird diese Freude durch beschädigte Autos, zerstörte Briefkästen, durch Wohnungsbrände und leider auch durch Perso­nenschäden getrübt.  Unsachgemäßer Gebrauch von Pyrotechnik kann weitrei­chende Folgen haben.

Eine Auswer­tung des Landes­kri­mi­nal­amtes Sachsen ergab, dass im Tatzeit­raum Dezember 2015 und Januar 2016 insge­samt 995 Straf­taten im Zusam­men­hang mit Feuer­werkskörpern regis­triert wurden. Das ist eine Zunahme um 83 Fälle zum vergleich­baren Vorjah­res­zeit­raum. Den Haupt-anteil bilden Straf­taten der Sachbeschädigung mit 479 Fällen (Vorjahr: 542).

Leider ist die Anzahl von regis­trierten gefährlichen und schweren Körperver­let­zungen zum Jahres­wechsel von 2015 zu 2016 mit 32 Fällen wieder sehr hoch. Im Vorjahr waren es 34 Fälle.

Dem Wunsch nach lauteren Knallkörpern und Feuer­werks­bat­te­rien mit immer brillan­teren Effekten sind seit 2009 europa­weit einheit­liche gesetz­liche Grenzen gesetzt. Für eine sichere und legale Verwen­dung von Feuer­werks-körpern ist nicht ihre Herkunft entschei­dend, sondern einzig, ob diese Gegenstände, egal ob Tisch­feu­er­werk, Rakete oder Knaller, ein amtli­ches Prüfverfahren mit der Bezeich­nung Konformitätsbewer­tungs­ver­fahren durch­laufen haben.

Ist dies geschehen und erfolg­reich abgeschlossen, erfolgt eine deutlich lesbare CE-Kennzeich­nung, deren markan­tester Bestand­teil ein CE-Zeichen darstellt, wie es auch bei techni­schen Geräten Anwen­dung findet.

Wer hingegen nicht geprüfte Feuer­werkskörper, also ohne BAM- bzw. CE-Kennzeich­nung verwendet, gefährdet nicht nur die Gesund­heit und das Leben anderer, sondern vor allem sich selbst. Dabei sollte sich der

Hobby­feu­er­werker nicht von der geringen Größe der Artikel täuschen lassen. Aufgrund der enthal­tenen Stoff­ge­mi­sche können selbst kleine Knallkörper von der Größe einer R6-Batterie eine verhee­rende Wirkung entfalten. Auch die im Internet und auf Straßenmärkten in unseren Nachbarländern angebo­tenen Kugel- und Zylin­der­bomben unter­schied­li­cher Größe bergen ein hohes Gefah­ren­po­ten­tial. Aus diesem Grund erfor­dert deren Verwen­dung nicht nur Fachwissen und eine spezi­elle Ausrüstung, sondern auch einen Erlaub­nisschein nach dem Spreng­stoff­ge­setz, quasi eine Fahrer­laubnis für das Abbrennen von Feuer­werk.

Die Übergangs­frist für die altbe­kannte BAM-Nummer endet am 4. Juli 2017. Feuer­werkskörper mit dieser alten Kennzeich­nung dürfen also nach dem genannten Datum nicht mehr verwendet werden. Insofern sollten noch vorhan­dene Altbestände an Silvester 2016 endgültig verbraucht werden.

Ihre Polizei empfiehlt deshalb:

  Verwenden Sie nur Feuer­werkskörper, die ausdrücklich zugelassen sind (BAM- oder CE-Kennzeich­nung).

  Sollten Sie im europäischen Ausland Feuer­werkskörper erwerben wollen, so achten Sie bitte nicht nur auf das CE-Zeichen, sondern auch auf die Feuer­werks­ka­te­gorie. In Deutsch­land dürfen Sie ohne eine Erlaubnis nur Gegenstände der Katego­rien F1 und F2 verwenden. Für die, in den Nachbarländern erlaub­nis­freie, Kategorie F3 benötigen Sie in Deutsch­land einen Erlaub­nisschein! Wenn Sie sich nicht sicher sind, nehmen Sie vom Kauf Abstand und erwerben Sie ihr Silves­ter­feu­er­werk auf dem deutschen Markt! Sicher­heit geht vor!

  Lesen Sie die auf der Verpa­ckung oder den Feuer­werkskörpern angebrachten Gebrauchs­an­wei­sungen vor dem Abbrennen und halten Sie diese auch ein.

  Basteln Sie nicht an Feuer­werkskörpern herum und haben Sie diesbezüglich ein wachsames Auge auf ihre Kinder. Auch durch das Bündeln, Öffnen oder Frisieren von Feuer­werk passieren jährlich Dutzende schwere Unfälle.

  Zünden Sie Artikel, die nur zur Verwen­dung im Freien bestimmt sind, weder in geschlos­senen Räumen, noch in der Nähe offener Fenster.

  Ein Balkon ist grundsätzlich kein geeig­neter Ort für die Verwen­dung von Feuer­werkskörpern, insbe­son­dere nicht zum Starten von Raketen.

  Werfen Sie Feuer­werkskörper nie auf Personen, Tiere, Gebäude, Fahrzeuge oder brenn­bare Gegenstände.

  Finger weg von sogenannten Blindgängern, halten Sie Abstand und versu­chen Sie keines­falls, diese Artikel erneut zu zünden!

  Feuer­werkskörper gehören nicht in Kinderhände! Das Mindest­alter für Gegenstände der ungefährlichsten Kategorie F1 beträgt 12 Jahre.

  Schließen Sie beim Verlassen der Wohnung die Fenster.

  Möchten Sie ein eigenes, aber risiko­armes Silves­ter­feu­er­werk genießen, verwenden Sie Feuer­werks­bat­te­rien statt einzelner Knallkörper und Raketen, denn so müssen Sie zur Entzündung nur einmal an die Feuer­werks­bat­terie heran­treten und können dann aus sicherer Entfer­nung eine Vielzahl von Effekten genießen ein deutli­cher Sicher­heits­ge­winn. Beachten Sie dabei, dass eine Vielzahl von Batte­rien ausklapp­bare Pappfüße haben, die die Stand­si­cher­heit erhöhen.

  Nutzen Sie die bei zahlrei­chen Sorti­menten beige­legten Anzündmittel (sogenannte Anzündstäbchen) - diese funktio­nieren sicherer als ein flackerndes Streich­holz.

  Starten Sie Silves­ter­ra­keten nur aus einer sicheren Vorrich­tung heraus, z.B. einer leeren Flasche in einem Getränkekasten oder einem am Garten­zaun befes­tigten Kunst­stoff­rohr. Beachten Sie, dass Teile der Rakete auch wieder zu Boden fallen (nicht nur der Leitstab) und dort Schäden hervor­rufen können, für die Sie als Verur­sa­cher haften. Ein Großparkplatz verbietet sich somit als Abbrenn­platz.

 

Quelle: www.polizei.sachsen.de/de/MI_2016_46813.htm