• Die Frankfurter Marius Wolf (M/27) und Ante Rebic (4) feiern hinter dem am Boden kauernden Torwart René Adler die 2:0-Führung. Foto: Arne Dedert

  • Frankfurts Torschütze Ante Rebic (l) feiert mit Sébastien Haller das Tor zum 1:0 gegen den FSV Mainz. Foto: Arne Dedert

  • Der Mainzer Torwart René Adler kann das Eigentor durch Alexander Hack zum 2:0 für Eintracht Frankfurt nicht verhindern. Foto: Arne Dedert

  • Omar Mascarell jubelt nach seinem Treffer zum 3:0 für die Frankfurter. Foto: Arne Dedert

  • Die Mainzer Fans brennen Pyrotechnik im Fanblock ab, während die Spieler auf dem Feld um den Ball kämpfen. Foto: Arne Dedert

  • Eine Rote Karte für den Mainzer Danny Latza (4.v.l.) gab es dann auch noch obendrauf. Foto: Arne Dedert

Mainzer Gastgeschenke bescheren Frankfurt Pokal-Halbfinale

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Frankfurt/Main (dpa) - Drei Gastgeschenke haben Eintracht Frankfurt den Weg ins DFB-Pokal-Halbfinale geebnet. Die Hessen gewannen ein einseitiges Rhein-Main-Derby gegen den FSV Mainz 05 mit 3:0 (1:0) und sind jetzt nur noch einen Sieg von der erneuten Endspiel-Teilnahme in Berlin entfernt.

«Wir sind froh, zum zweiten Mal nacheinander im Halbfinale zu stehen und hoffen, jetzt auch erneut das Endspiel zu erreichen», sagte Frankfurts Trainer Nico Kovac.

Sein Mainzer Kollege Sandro Schwarz, der seine Spieler unmittelbar nach dem Abpfiff zu einer ersten Aussprache in der Kabine versammelte, war dagegen auf 180. «Das Verhalten der Mannschaft war heute grob fahrlässig. Das müssen wir in aller Schärfe ansprechen. So haben wir keine Chance, in keiner Liga», schimpfte Schwarz und kündigte weitere Gespräche an: «Wenn wir solch ein Bild abgeben, wird das Mainz 05 nicht gerecht.»

Sichtlich geladen war auch Defensivspieler Nigel de Jong. «Das war ein Tiefpunkt», sagte der ehemalige niederländische Nationalspieler. «Was wir heute gezeigt haben, geht einfach nicht. Das war wie Amateure.»

Dem ersten Frankfurter Tor durch Ante Rebic ging in der 17. Minute ein schwerer Fehler des Mainzer Torwarts René Adler voraus. Das 2:0 war ein Eigentor durch Alexander Hack (53.), vor dem dritten Treffer durch Omar Mascarell verlor der Mainzer Verteidiger völlig unnötig den Ball (62.). Die Eintracht erreichte dadurch vor 48 200 Zuschauern zum 13. Mal ein Pokal-Halbfinale, das am kommenden Sonntag in der ARD-Sportschau ausgelost wird.

Über ganz schwache Mainzer würde man nach einem Bundesliga-Spiel sagen: Sie spielten wie ein Absteiger. Zu allem Überfluss sah Mittelfeldspieler Danny Latza in der 82. Minute nach einem Frustfoul dann auch noch die Rote Karte. «Die Mannschaft hat nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben», kritisierte Sportvorstand Rouven Schröder. «Das schmerzt natürlich.»

Bei den Mainzern hütete erstmals nach dreieinhalb Monaten Verletzungspause wieder Ex-Nationalkeeper Adler das Tor. Er hatte sich beim Zweitrunden-Pokalspiel gegen Holstein Kiel am Oberschenkel verletzt. Sein Vertreter Robin Zentner war am Mittwoch wegen einer Augapfel-Prellung nicht im Kader. Stürmer Anthony Ujah spielte zum ersten Mal seit seiner Rückkehr aus China wieder von Anfang an für Mainz.

Doch die Eintracht dominierte von Beginn an und hatte in der Anfangsphase durch Marius Wolf (6.), Rebic (9.) und Marco Russ (11.) drei Chancen. Die Führung fiel daher verdient, wenn auch kurios: Bei einem Rückpass verstolperte Adler den Ball, Wolf legte auf Rebic und der schob ins Tor ein.

Die erste nennenswerte Gelegenheit hatten die Gäste im zweiten Durchgang - bezeichnender Weise durch eine verunglückte Flanke von Daniel Brosinski, die auf dem Frankfurter Tornetz landete. In der Folge wurde Mainz etwas stärker, brachte sich jedoch dann mit einem neuen Fehler weiter ins Hintertreffen: Eine Hereingabe von Sebastien Haller grätschte Hack ins eigene Tor.

Knapp zehn Minuten später machte Mascarell alles für die Eintracht klar. Hack verlor den Ball am eigenen Strafraum an den Spanier, der den herausstürmenden Adler überlupfte und so den dritten Frankfurter Treffer erzielte. Nun träumt die Eintracht von einer Finalteilnahme wie im Vorjahr - ganz besonders Mittelfeldspieler Kevin Prince Boateng. «Ich muss da hin», sagte der gebürtige Berliner. «Das ist meine Heimat.»

Frankfurt Marius Wolf hat sich in der Partie eine schwere Schulterprellung zugezogen. «Es ist zum Glück nichts kaputt, aber sehr schmerzhaft», berichtete Eintracht-Trainer Niko Kovac nach der Partie. «Ich hoffe, dass wir ihn für die nächsten Wochen nicht verlieren.» Wolf war in der Vorsaison wegen einer Schulterverletzung lange ausgefallen.