LKA warnt wieder vor falschen Polizeibeamten

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Im Zusam­men­hang mit den Ermitt­lungen rund um das Phänomen Falscher Polizei­be­amter hat das LKA Sachsen Hinweise und Infor­ma­tionen aus anderen Bundesländern erhalten, dass es auch in Sachsen Menschen gibt, welche im Begriff sind, diesen Tätern auf den Leim zu gehen. Speziell im Großraum Leipzig haben die Täter ältere Menschen telefo­nisch angespro­chen und es besteht der Verdacht, dass einige Opfer auch durchaus bereit sind, Summen im fünfstel­ligen Bereich an die vermeint­li­chen Polizisten auszuhändigen. Das Vorgehen der Täter stellt sich immer ähnlich dar.

Eine mit leichtem Akzent aber gut deutsch sprechende Person ruft bei den Betrof­fenen in den Abend- bzw. Nacht­stunden an und stellt sich mit Polizei vor. Es wird erzählt, dass mehrere Einbre­cher in unmit­tel­barer Wohnungsnähe des Angeru­fenen festge­nommen wurden. Diese Täter hätten einen Zettel mit der Adresse der Betrof­fenen dabei gehabt und man befürchtet nun einen weiteren Einbruch. Die Polizei würde deshalb das Haus bewachen. In den Gesprächen wurde auch nach Geld und Wertsa­chen gefragt, diese sollten nun zur Sicher­heit an die Polizei übergeben werden. Die Geschädigten werden täterseitig sehr stark unter Druck gesetzt, gegenüber der eigenen Familie, Bankmit­ar­bei­tern oder ermit­telnden Polizei­be­amten äußerst verschlossen zu sein.

Wir möchten alle poten­ti­ellen Opfer vor Schaden bewahren und bitten um Hinweise, wenn mit Ihnen in den letzten Wochen ein derar­tiges Telefon­gespräch geführt wurde oder Sie in Kontakt mit vermeint­li­chen Polizei­be­amten stehen und Sie Bargeld oder Wertsa­chen an Beamte übergeben sollen. Fragen Sie bitte auch bei Ihren älteren Angehörigen oder Freunden nach derar­tigen Vorfällen.

Bei mysteriösen Anrufen infor­mieren Sie umgehend die örtlich zuständige Polizei.

• Die Polizei nutzt in keinster Weise die Notruf­nummer 110, um mit Personen in Verbin­dung zu treten. Diese Rufnummer dient ausschließlich der Entge­gen­nahme von Notrufen von Bürgern!

• Bespre­chen Sie mysteriöse/ ungewöhnliche Anrufe mit Famili­en­angehörigen oder Nachbarn! Holen Sie sich Rat bei Verbrau­cher­zen­tralen bzw. bei Ihrem Bankbe­rater.

• Kein Polizei­be­amter wird Sie zur Auflösung Ihres Kontos oder von Sparverträgen auffor­dern!

• Kein Polizei­be­amter wird von Ihnen persönliche Vermögensdaten am Telefon erfragen und Ihnen mitteilen, dass Ihr Geld auf der Sparkasse oder Bank nicht mehr sicher sei!

• Kein Polizei­be­amter wird bei Ihnen anrufen, sie über Verfahren oder verdeckte Polizeimaßnahmen infor­mieren!

• Kein Polizei­be­amter wird Sie auffor­dern, Ihr Geld nach Hause zu holen und in der Folge an einen verdeckten Ermittler zu übergeben! Dies trifft auch auf Schmuck u. an Wertsa­chen zu.

• Vertrauen Sie nicht den angezeigten Telefon­nummer auf Ihrem Telefon, wenn Sie diese nicht kennen bzw. Sie sich nicht sicher sind, ob diese korrekt ist. Nutzen Sie nicht die Wahlwie­der­ho­lung für einen Rückruf, sondern die Nummer der örtlichen Polizei aus dem Telefon­buch/ Internet. Noch besser ist ein persönlicher Besuch auf der Dienst­stelle.

Warnung an alle bereits geschädigten und poten­ti­ellen Opfer:

Durch die offen­sive Öffent­lich­keits­ar­beit sollen die möglichen Geschädigten, aber auch Famili­en­angehörige sensi­bi­li­siert werden, um nach Möglich­keit weitere Tathand­lungen zu verhin­dern bzw. durch eine bewusste Zusam­men­ar­beit mit der Polizei (z.B. bei Geldübergaben) zumin­dest Mittäter in Deutsch­land festnehmen zu können! Die Ermitt­lungsbehörden sind hier auf die aktive Mitar­beit angewiesen.

Oft schämen sich die Opfer derar­tiger Straf­taten und erstatten keine Anzeige. Leider schützen Sie damit unbewusst die Täterstruk­turen, welche diese weit verbrei­teten Ängste schamlos und ganz bewusst ausnutzen.

Bitte helfen Sie derar­tige Täter festzu­setzen und weitere Straften bzw. Geldübergaben zu verhin­dern. Wenden Sie sich mit Hinweisen an Ihre zuständige Polizei­dienst­stelle.

 

Quelle: www.polizei.sachsen.de/de/MI_2016_46547.htm