Kreuzfahrt wegen Corona abgesagt: Kein Schadenersatz

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Wenn eine Kreuzfahrt wegen der Ausbreitung einer Pandemie absagt wird, muss der Veranstalter der Reise Urlaubern das Geld zurück­zahlen. Mehr aber auch nicht.

Das hat das Amts­gericht Rostock entschieden (Az.: 47 C 59/20).

Im konkreten Fall ging es um eine Kreuzfahrt in Südost­asien und Australien im Februar dieses Jahres, die eine Woche vor Reisebeginn abgesagt wurde.

Eine Reisende wollte nicht nur ihr Geld zurück, sondern zusätzlich noch Schaden­ersatz wegen “entgangener Urlaubs­freuden”. Die Richter wiesen das zurück.

Die Reederei begründete den Schritt mit der Ausbreitung der Corona-Pandemie. So habe ein Kreuzfahrt­schiff bereits in Quarantäne gemusst, einem anderen Schiff sei das Einlaufen in mehreren asiatische Häfen verboten worden. Die Urlauberin verwies darauf, dass keine Reise­warnungen des Auswärtiges Amtes vorgelegen hätten.

Die Richter sahen das anders: Die Reederei habe zum Zeitpunkt der Absage mit einer ernsten Gefährdung rechnen müssen, die eine ordnungs­gemäße Durchführung der Reise habe beeinträchtigen oder vereiteln können. Die Absage der Kreuzfahrt habe also keine Reise­warnung voraus­gesetzt.

(Quelle: www.anwaltsregister.de)