• Was sollen Kinder anzeihen? Je nach Jahreszeit und Wetter sind die Anforderungen höchst unterschiedlich. (c) Fotolia

Kinderkleidung – so sind die Kleinen stets perfekt angezogen

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Während sie ihre eigene Garderobe quasi im Schlaf zusammenstellen können, zerbrechen sich Eltern regelmäßig den Kopf darüber, passende Kleidung für ihren Nachwuchs zu finden. Angesichts der Herausforderung, durch das Outfit den empfindlichen Kinderkörper den klimatischen Gegebenheiten anzupassen, rücken modische Aspekte stets ein wenig in den Hintergrund. Mit den folgenden Tipps rüsten Eltern ihre Kinder stilsicher für jede Jahreszeit.

Bei Kinderkleidung sollte auf verschiedene Punkte besonders Wert gelegt werden. Egal welche Jahreszeit gerade herrscht, pflegeleichte und strapazierfähige Materialien sind bei Kinderkleidung die erste Wahl. Wer hier auf hochwertige funktionale Basics achtet, hat eine sinnvolle Grundausstattung, die mit verschiedenen modischen Stücken kombiniert werden können. Bio-Baumwolle ist besonders hautfreundlich und im Sommer darf der UV-Schutz nicht vernachlässigt werden. Bei Regenkleidung ist hingegen auf die Atmungsaktivität zu achten. Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengetragen.   

Frühling

Die wechselhafte Übergangszeit zwischen Winter und Sommer macht es Eltern jeden Morgen schwer, die richtige Kleidung für den Nachwuchs aus dem Schrank zu legen. Verschiedene Teile in mehreren Lagen sowie wärmende Accessoires machen es im Frühjahr möglich, sich an die tägliche Temperaturveränderung anzupassen.

•    Winterreserve: Selbst wenn ein frühlingshafter Wärmeeinbruch dafür sorgt, dass die Kleinen zum Spielplatzbesuch Sommerkleidchen und T-Shirt tragen wollen, sollten Eltern stets wärmende Kleidungsstücke als Notlösung mitführen. Falls das Aprilwetter spontan wechselt, kann man Strumpfhosen, Strickjacken oder Fleecepullover rasch überziehen und Unterkühlungen vermeiden. Mützen sollten fröstelnde Kinder im Frühling generell länger tragen als Erwachsene, da sie gerade über ihren Kopf schnell auskühlen und durch ihr empfindlicheres Immunsystem eher zu Erkältungen und grippalen Infekten neigen. Neben der passenden Kleidung kann hier eine Schutzimpfung sinnvoll sein.

•    Regenfest: Selbst wenn die Sonne am Morgen noch strahlt – gerade im April kommt es im Tagesverlauf häufig zu überraschenden Regenschauern. Eltern sollten daher eine Garnitur von Matschhose, Regenjacke und Gummistiefeln dauerhaft im Kindergarten deponieren, damit ihr Nachwuchs beim Spielen im Freien auf alle Eventualitäten vorbereitet ist. Bei Regenkleidung sichern hochwertige Materialien und verschweißte Nähte die Wasserfestigkeit (Wasserfestigkeit von mindestens 150mbar) und Funktionalität. Hohe Qualität kostet in diesem Fall zwar mehr – lässt sich aber unter Umständen an die kleinen Geschwister weitergeben. Eine Verbindung zwischen Modeaccessoire und Witterungsschutz können fantasievoll gestaltete Kinderregenschirme bieten. Bei ihnen sollten Eltern stets ein Auge darauf haben, dass die Kleinen ihr Prunkstück nicht verlieren.

•    Zu kalt oder zu warm?: Elterliche Fürsorge mündet häufig darin, das eigene Kind tendenziell eher zu warm zu kleiden. Doch die Kleinen besitzen bereits eine intuitive Wahrnehmung dafür, ob sie schwitzen oder frieren. Bei einem offensichtlichen Missverhältnis zwischen Kleidung und Temperatur sollten Eltern ihren Nachwuchs daher in seiner Empfindung bestärken und Abhilfe schaffen – bei kindlichem Übermut obliegt den Erziehungsberechtigten natürlich die Pflicht, korrigierend einzugreifen. An dieser Stelle sind Feingefühl und Übung gefragt.

Sommer

Sommer, Sonne, Spielen am Strand – neben dem coolen Sommeroutfit steht in der heißen Jahreszeit vor allem der Sonnenschutz für Kinder im Fokus:

•    Fashion-Kids: In puncto Sommermode orientieren sich die Designer für Kinder gern die aktuellen Trends aus der Erwachsenenwelt. Mädchenkleider greifen daher derzeit häufig folkloristische Elemente wie Blumenmuster, Rüschen und Volants auf, während Jeans auch für die Kleinen schon im angesagten „Used Look“ mit Waschungen und Löchern daherkommen. Auch Hippie-Einflüsse oder maritime Streifenmuster liegen im Trend.

•    Sonnenschutz: Welchen Stil der Nachwuchs am Ende bevorzugt, können Eltern ihm durchaus selbst überlassen – Sache der Erziehungsberechtigten ist es jedoch, darauf zu achten, dass im Sommer vor allem die unbedeckten Körperteile ausreichend durch Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor geschützt sind. Je empfindlicher die Kinderhaut ist, desto sinnvoller ist es allerdings, sie mit Stoff zu bedecken – bei dem Hang zum Sonnenbrand auf den Schultern sollten Eltern ihrem Nachwuchs deshalb ein luftiges T-Shirt statt eines Trägerhemdchens anziehen. Für die Badesaison bieten sich zudem Badeshorts und Schwimmanzüge mit integriertem UV-Schutz an. Insbesondere für Kleinkinder ist darüber hinaus ein Sonnenhut Pflicht, der am besten über einen zusätzlichen Nackenschutz verfügt. Sonnenbrillen für Kinder sollten 100 Prozent UV-Schutz (UV 400) besitzen.

Herbst

Beim Herbstwetter wechseln sich Regenschauer und nasses Laub auf den Straßen mit goldenem Sonnenschein und überraschend warmen Temperaturen ab. Kinder sollten daher mit Kleidung ausgestattet sein, die sich schnell an die wechselnden Verhältnisse anpassen kann.

•    Sommer adé – Stil bleibt: Dass die Temperaturen fallen, muss nicht automatisch bedeuten, dass sich kleine Modefans in formlosen Strickpullovern präsentieren müssen. Röcke, Strickkleider und Ponchos bieten Mädchen die Möglichkeit, auch im Herbst trendbewusst aufzutreten; während bei Jungen Hoodies und Sweater mit auffälligen Prints angesagt sind. Um das jeweilige Outfit an Temperatur und Witterung anzupassen, dienen Strumpfhosen, langärmelige T-Shirts zum Unterziehen und die passende Jacke. Softshelljacken bieten dabei den Schutz vor Regen, besitzen jedoch ein leichteres Futter als Winterjacken und eignen sich damit perfekt für das Übergangsklima.

•    Passendes Schuhwerk: Selbst wenn aktuell kein Regen fällt, beim Springen in Pfützen oder Laufen durch das nasse Gras werden Kinderfüße schnell nass und kalt. Um so wichtiger sind Schuhe aus wasserabweisenden Funktionsmaterialien, z. B. Gore-Tex, welche die Füße trocken und durch eine zusätzliche Fütterung, etwa mit Lammfell, warm halten. Auch im Fall von Gummistiefeln sollten Eltern die gefütterte Variante bevorzugen, da sie den Schweiß besser absorbieren können. Anders als Thermo-Funktionsmaterialien fördern die Plastikstiefel eher das Schwitzen und bergen damit die Gefahr von kalten Füßen. Schließlich sollten Eltern bei Gummistiefeln für Kinder besonderen Wert darauf legen, dass sie über ein ergonomisches Fußbett verfügen.

Winter

Die Kinderhaut ist dünner als die Epidermis von erwachsenen Menschen, daher bietet sie dem kleinen Körper einen geringeren Schutz vor Kälte. Dies sollten Eltern beim Winteroutfit ihrer Kleinen bedenken und darüber hinaus Vorsicht vor Kälteschäden walten lassen. Zeigen sich auf der Kinderhaut weiße kaum durchblutete Flecken oder klagt das Kind über Kribbeln und Schmerzen in Fingern, Ohren oder Nase, sollte der Aufenthalt im Freien zunächst für eine Aufwärmpause unterbrochen werden. Wichtig ist ebenso, dass Kinder bei Kälte genügend trinken, um den Wasserverlust durch die kühle Luft in den Atemwegen auszugleichen. Eine fetthaltige Creme auf Wangen und Nase schützt die unbekleideten Körperpartien vor dem Frost. Für das Winteroutfit sind hingegen folgende Aspekte von Bedeutung:

•    Zwiebellook: Dieser Begriff bezeichnet keinen Stil, sondern ein einfaches Prinzip für die kalte Jahreszeit. Die Körperwärme wird besser durch mehrere dünne Kleidungsschichten isoliert als durch wenige dicke. Entscheidend ist dabei, dass die einzelnen Wäsche-Schichten (z. B. ein Unterhemd, ein langärmeliges Shirt, ein Rolli und ein Fleecepullover) relativ locker am Körper sitzen. Enge Kleidungsstücke behindern die Blutzirkulation und fördern auf diese Weise ein Auskühlen des Körpers. Wenn es beim Toben oder im Haus zu warm wird, können sich die Kleinen der äußeren Schicht entledigen und sich schnell der Temperatur anpassen. So kann auch auf überraschende Wetteränderungen schnell reagiert werden. Schwitzen fördert schließlich insbesondere im Winter das Risiko für Erkältungen.

•    Warme Basics: Wollunterwäsche von hoher Qualität ist weit entfernt von den kratzigen Exemplaren, die Eltern vielleicht noch aus ihrer eigenen Kindheit erinnern. Mit Leibchen, Schlüpfern, Leggins und Langarmshirts aus Angora- oder Merinowolle sind Kinder optimal für eisige Kälte gewappnet. Die moderne Form der Wollunterwäsche ist zudem in kindertauglichen Mustern und Farben erhältlich, die die Kleinen zum Anziehen motivieren. Wie sämtliche Naturmaterialien schafft Wolle ein angenehmes Hautklima und sorgt dafür, dass Feuchtigkeit vom Körper effektiv aufgenommen und abtransportiert wird.

•    Kälteschutz für Hals, Kopf und Hände: Coole Loopschals passen sowohl zu Outfits für Mädchen als auch zu Jungenkleidung und witzig designte Strickmützen erleichtern Eltern die Überzeugungsarbeit bei Mützenmuffeln. Falls die Kopfbekleidung partout verweigert wird, genügt im Winter auch eine dick gefütterte Kapuze, um den Kindskopf warmzuhalten. Optimal werden Mütze und Kapuze durch Ohrenwärmer ergänzt, die Ohrenschmerzen und Mittelohrentzündungen vorbeugen können. Bezüglich der Handschuhe eignen sich fürs Spielen im Schnee und für den Alltag im Kindergarten die wasserabweisenden Ski-Handschuhe am besten – die Strickvariante taugt eher für den Gang in die Stadt. Kleine Individualisten tragen zu den Handschuhen eventuell gern einen witzig gestalteten Muff zum Umhängen.

Fazit

Lagenlook und Funktionswäsche bieten optimale Möglichkeiten, Kinder für alle Jahreszeiten mit der jeweils passenden Kleidung auszustatten. Zusätzlich sei gesagt, dass Eltern die Kinderkleidung vor dem Tragen mindestens ein bis zweimal waschen sollten, um den potenziellen Gehalt an gesundheitlich bedenklichen Inhaltsstoffen zu reduzieren. Kleidungsstücke mit Biosiegel (IVN Best-Label und GOTS-Label) sowie Secondhand-Kleidung gelten dahin gehend als unbedenklich.