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Guten Wein im Supermarkt kaufen - Sechs Tipps

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Gut 20 Liter Wein werden in Deutschland pro Kopf und Jahr getrunken. Am liebsten greifen die Verbraucher bei einheimischen Weinen zu, gefolgt von italienischen, französischen und spanischen Weinen. Nur etwa ein Viertel dieser Weine wird vom Fachhandel oder direkt vom Weingut bezogen. Drei Viertel der Weintrinker bedienen sich jedoch im Lebensmitteleinzelhandel, vorwiegend in Supermarktketten und Discountmärkte. Doch woran erkennt man im Supermarkt einen guten Wein? Und welcher Wein passt zu welchem Essen? Wir zeigen, worauf Genießer achten sollten.

Der Anlass

Der häufigste Anlass einen guten Wein zu kaufen, ist ein gutes Essen. Dabei ist es wichtig, dass Wein und Speise geschmacklich miteinander harmonieren. Doch welcher Wein passt zu welchem Essen? In der Regel orientiert sich die Auswahl des Weins an der Hauptzutat der Speisen. Ganz allgemein gilt dabei: Je üppiger und deftiger das Gericht ausfällt, desto fülliger und kraftvoller darf der Wein sein. Der daraus abgeleitete, bekannte Merkspruch lautet: Weißwein zu hellem Fleisch und Fisch, Rotwein zu dunklem Fleisch. Schließlich braucht ein stark aromatisiertes Rindfleisch-Gericht einen Wein, der geschmacklich mithalten kann, während eine leichtere Fisch-Speise nicht vom Geschmack des Weines überdeckt werden sollte. Welche Weine zu welchen Hauptzutaten passen, sehen Sie hier:

Wein für Fleischgerichte

Dunkles Fleisch von Rind und Lamm harmoniert am besten mit einem trockenen Rotwein mit einem relativ hohen Alkoholgehalt.

Wild, wie etwa Hirsch oder Wildschwein, verträgt sich gut mit Rotweinen mit einem hohen Gehalt an Gerbstoffen und Alkohol, wie es bei Merlot und Lemberger der Fall ist.

Hähnchen, Pute, Wachteln und anderem Geflügel eignen sich am besten trockene oder halbtrockene Weißweine. Bei kräftigeren Soßen kommen auch leichte Rotweine in Betracht.

Zu Schweinefleisch passt sowohl roter als auch weißer Wein, in beiden Fällen sollte der Wein nicht zu schwer sein, joch mit der Geschmacksintensität der Soße mithalten können.

Wein für Fisch- und Meeresfrüchte

Zu Süßwasserfisch passt trockener oder halbtrockener Weißwein am besten. Dazu zählen allen voran: Grauburgunder, Silvaner und Riesling.

Auch Meeresfisch harmoniert mit Silvaner, wenn er gebraten wird. Gedünstet passt er gut zu einem Weissburgunder oder Chardonnay. Bei gegrilltem Meeresfisch liegt man mit Spätburgunder und Grenache eigentlich immer richtig.

Zu Garnelen servieren Kenner einen kräftigen weißen Cuvée, während zu Muscheln leichtere weiße Cuvées auf den Tisch kommen.

Hummer wird traditionell mit einem edlen Riesling oder einem kräftigen Chardonnay kombiniert.  

Wein und Käse

Schnittkäse wie z.B. Edamer und Tilsiter vertragen sich gut mit den Weißweinen Weißburgunder und halbtrockener Riesling.

Der salzigen Blauschimmel- und Edelpilzkäsesorten wie z.B. Bavaria Blue oder Roquefort vertragen sich gut mit der Süße von Beerenauslesen und Portweinen.

Zu Brie und Camembert wird trockner oder halbtrocknen Riesling und frischer Grauburgunder gereicht, als Rotwein Spätburgunder und Trollinger.

Munster und Livarot harmonieren mit den Rotweinen Domina, Regent und kräftigem Dornfelder, als Weißwein empfehlen sich trockener Riesling Gewürztraminer und Silvaner Spätlese.

Frischkäse, Mozzarella, Mascarpone und Rahmkäse sollten mit nicht zu fruchtigen und säuerlichen Weißweinen gereicht werden, wie leichten Bacchus, Silvaner und Weißburgunder. Als Rotwein kann auch ein Spätburgunder in Betracht gezogen werden. Zu Ziegenkäse passen trockene und fruchtige Silvaner, Weißburgunder und Riesling.

Wein für Gemüse und vegetarische Gerichten

Generell harmonieren vegetarische Speisen mit fruchtigen Weißweinen und trockenen Rosés. Enthält das Gemüse viele Bitterstoffe, wie etwa Spinat, können es auch kräftigere Weißweine wie Sauvignon Blanc oder Chardonnay sein.

Wein und Pasta


Hier ist die Wahl der Soße entscheidend für die Wahl des Weines. Zu kräftigen Tomatensoßen und Bolognese passt der Rotwein Merlot, zu leichteren und cremigen Soßen die Weißweinsorten Sauvignon Blanc und Riesling.

1.    Faktor Preis

Jeder gute Wein hat seinen Preis. Was letztlich als guter Wein gilt, ist natürlich auch eine Frage des individuellen Geschmacks. Dennoch haben sich Erfahrungswerte gebildet, die einem vor dem Weinregal im Supermarkt Orientierung geben. Für einen guten und zugleich sauberen Wein sollte man mindestens fünf Euro auf den Tisch legen, unabhängig davon, ob es sich um Rot- oder Weißwein handelt. Mit einem Preis zwischen fünf und zehn Euro bekommt man immer einen guten, manchmal sogar einen sehr guten Wein hinsichtlich Geschmack und Qualität. Ein Preis zwischen zehn und 20 Euro garantiert quasi einen sehr guten Wein. Wer bereit ist, über 25 Euro auf den Tisch zu legen, der darf sogar etwas Besonderes erwarten. Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Bei Sonderangeboten ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Bevor man eine ganze Kiste eines preislich reduzierten Weines kauft, sollte man zur Sicherheit zuerst eine Flasche zu Hause verkosten. Denn die Preisreduktion ist ein klares Anzeichen für schlechte Verkaufszahlen und damit schlechten Wein.
 
2.    Was verrät das Etikett?

Leider lässt sich anhand der Optik des Etiketts auf der Weinflasche nichts über die Qualität des Flascheninhalts ablesen. Das Design ist in erster Linie Resultat des Marketings, um den Absatz des Weins zu fördern. Allerdings lohnt sich der Blick auf das Kleingedruckte auf Vorder- und Hinterseite der Flasche. Dort stehen die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben:

-    Qualität
-    Verkehrsbezeichnung, z. B. Wein oder Perlwein
-    Füllmenge
-    Alkoholgehalt
-    Herkunftsangabe   
     -    Wein ohne Herkunftsangabe
     -    Wein mit geschützter geografischer Angabe
     -    Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung
-    Abfüller bzw. Name des Herstellers
-    Allergene
-    Losnummer
-    Prüfungsnummer (bei Qualitätswein, Prädikatswein und Sekt)
die internationalen Qualitätsstufen
Die Kategorie Qualität wird in Deutschland wie folgt angegeben: vom einfachen Tafelwein, über den besseren Landwein, über den sehr guten Qualitätswein, bis zum exzellenten Prädikatswein. International finden sich folgende Äquivalente:

Die Angabe über den Gehalt an Histamin auf dem Etikett ist bisher nicht gesetzlich vorgeschrieben. Viele Verbraucher klagen jedoch immer wieder über die Unverträglichkeit von Histamin. Hier hilft nur eine Rückfrage beim Hersteller, Weingut oder einem fachkundigen Verkäufer.

3.    Die Lagerung und Präsentation im Supermarkt

Auch die Art und Weise, wie ein Wein im Supermarkt präsentiert wird, sagt etwas aus über dessen Qualität. Grundsätzlich gilt: Stehen Weine in den untersten Fächern der Regale, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Ladenhüter oder Weine mit zweifelhafter Herkunft. Fachhändler sprechen in diesem Kontext von der „Bückzone“. Staub auf der Flasche ist ein weiteres Indiz für einen Ladenhüter. Besser man greift bei Weinen zu, die bereits fast vergriffen sind, denn diese können schließlich nicht allzu schlecht sein. Da Wein lichtempfindlich ist, sollte man auch die Finger von Flaschen lassen, die im Supermarkt einer grellen Dauerbeleuchtung ausgesetzt sind. Eine unsachgemäße Lagerung ist in Supermärkten leider auch heute noch keine Seltenheit.

4.    Auszeichnungen und Gütesiegel

Grundsätzlich geben Auszeichnungen und Gütesiegel dem Verbraucher Orientierung bei der Beurteilung der Weinqualität. Denn was Weinexperten für gut befinden, kann auch für den Verbraucher nicht verkehrt sein. Ein Beispiel: Das am weitesten verbreitete Gütesiegel ist hierzulande das Deutsche Weinsiegel der Deutschen Lebensmittelgesellschaft (DLG). Nur wenn damit ausgezeichnete Weine auch bei der Landesweinprämierung erfolgreich waren, können sie an der nationalen Bundesweinprämierung der DLG teilnehmen, wo folgende Gütesiegel in absteigender Reihenfolge vergeben werden:

-    Großer Preis Extra
-    Großer Preis
-    Silberner Preis
-    Bronzener Preis

5.    Gute Jahrgänge identifizieren

In keinem Jahr sind Klima und Witterungsverhältnisse exakt so, wie im Jahr davor. Das heißt bezogen auf Wein: Jeder Jahrgang hat seine qualitativen Besonderheiten und nicht jeder Jahrgang hat die gleiche Qualität. Zuletzt wurde der Jahrgang 2015 zum Jahrhundertjahrgang ausgerufen. Doch nicht alle Weine aus dem Jahr 2015 gelten damit automatisch als herausragend. Um herauszufinden, welcher Jahrgang eines bevorzugten Weines als besonders delikat gilt, lohnt sich ein Blick in die entsprechende Jahrgangstabelle. Diese findet man am schnellsten über Internet-Suchmaschinen durch Eingabe der Weinsorte und des Begriffs Jahrgangstabelle.