Ergänzende Medienin­formation zum Einsatz am 2.11.2016

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Ermitt­lungs­ver­fahren der Staats­an­walt­schaft Dresden gegen sechzehn Beschul­digte, wegen des Verdachts der Bildung einer krimi­nellen Verei­ni­gung, gemein­schaft­li­cher räuberi­scher Erpres­sungen, Bedro­hungen, Freiheits­be­rau­bungen, Körperver­let­zungen und weiterer Neben­straf­taten

Die Staats­an­walt­schaft Dresden und das Landes­kri­mi­nalamt Sachsen führten am heutigen Tag mit Unterstützung der örtlich zuständigen Polizei­di­rek­tionen umfang­reiche Maßnahmen in Sachsen, in Thüringen und in Rhein­land-Pfalz durch. Schwer­punkt der Maßnahmen bildete der Freistaat Sachsen mit zehn Durch­su­chungen in Dresden, fünf in Leipzig, zwei in Pirna und zwei in Radeberg. In Thüringen wurden 2 Objekte in Gotha durch­sucht, ein Objekt in der Stadt Konz in Rhein­land-Pfalz.

Von den vorlie­genden zehn Haftbe­fehlen konnten neun reali­siert werden. Eine Person wurde vorläufig festge­nommen, da sich hier der notwen­dige dringende Tatver­dacht ergab. Wegen dem anzuneh­menden hohen Gewalt­po­ten­tial einzelner Tatverdächtiger, kamen bei zehn geplanten Zugriffen Sonder­ein­satzkräfte (SEK) der betei­ligten Länderpo­li­zeien aus Sachsen, Thüringen, Branden­burg und Rhein­land-Pfalz, sowie die GSG 9 der Bundes­po­lizei zum Einsatz. Ein Tatverdächtiger versuchte bei der Festnahme Wider­stand zu leisten und wurde leicht verletzt.

Bei den sechzehn Tatverdächtigen handelt es sich ausschließlich um männliche Personen, welche sich legal in Deutsch­land aufhalten. Elf der Männer sind tsche­tsche­ni­scher Herkunft, zwei sind sogenannte Russland­deut­sche, ein Mann ist Ukrainer, einer Armenier, einer ist Kasache. Die Männer sind zwischen 21 und 48 Jahre alt.

Bei ihren Taten, insbe­son­dere bei den vorherr­schenden Erpres­sungs­hand­lungen, agieren die Täter mit massiven Drohungen, oftmals brutalen Gewalt­an­wen­dungen und schre­cken auch vor dem Einsatz von Waffen nicht zurück. Hier sind es vor allem Schlag­ge­genstände, aber auch Messer und andere Waffen, die zur Anwen­dung kommen. Ziel ist es in jedem Fall, durch die Erpres­sungen größere Mengen Geld zu erlangen. Damit bestritten die Täter offen­kundig auch einen großen Teil ihres Lebens­un­ter­haltes.

Im Rahmen des Einsatzes wurden insge­samt 22 Objekte, meist Wohnungen und auch zwei Asylbe­wer­ber­heime sowie diverse Neben­ge­lasse durch­sucht.

Dabei wurden unter anderem bis zum jetzigen Zeitpunkt mehrere Computer, Tablets und Notebooks, diverse Datenträger, Handys, Unter­lagen und Akten, fünf Fahrzeuge, diverse Waffen und mehrere tausend Euro Bargeld sicher­ge­stellt.

Bereits am heutigen Tage erfolgten die ersten Vorführungen beim Haftrichter, welcher  bis dato vier Haftbe­fehle in Vollzug setzte. Weitere sechs Vorführungen sind für den morgigen Tag geplant.

Auch wenn die Maßnahmen noch nicht vollständig abgeschlossen sind, kann bereits festge­stellt werden, dass es sich um einen erfolg­rei­chen Schlag gegen die organi­sierte Krimi­nalität handelt, welcher Ergebnis einer inten­siven Zusam­men­ar­beit zwischen Justiz und der Polizei der Länder und des Bundes ist.

Markus Ulbig, Innen­mi­nister des Freistaates Sachsen:

Sachsen setzt seinen Kampf gegen die Organi­sierte Krimi­nalität konse­quent fort. Dabei werden wir weiterhin eng mit dem Bund und den Ländern zusam­men­ar­beiten. Der heutige Einsatz zeigt, dass die Koope­ra­tion der Sicher­heitsbehörden bundes­weit funktio­niert. Das ist auch dringend notwendig, denn wir wollen den inter­na­tio­nalen Banden erfolg­reich das Handwerk legen.

 

Quelle: www.polizei.sachsen.de/de/MI_2016_45804.htm