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Eine neue Waschmaschine kaufen – Darauf sollten Sie achten!

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96,4 Prozent der Haushalte in Deutschland verfügen über eine Waschmaschine. Doch die Quantität verrät noch lange nichts über die Qualität der praktischen Haushaltsgeräte. Auf was man bei der Anschaffung einer Waschmaschine achten sollte und wie man einen Fehlgriff vermeidet, das erfahren Sie hier.

Reparatur oder Neuanschaffung?


Sie haben bereits eine alte Waschmaschine, die nicht mehr richtig funktioniert?  Sie wollen das alte Gerät durch ein neues ersetzen?  Dann sollten Sie zuallererst prüfen, ob sich eine Neuanschaffung wirklich lohnt oder ob es nicht doch sinnvoller ist, das bereits vorhandene Gerät wieder instand zu setzen. Denn häufig sind nur einzelne Komponenten defekt, die sich in vielen Fällen sogar eigenhändig reparieren lassen. Die großen Hersteller wie AEG, Bosch, Bauknecht, Siemens, Miele oder Privileg halten Waschmaschinen-Ersatzteile bis zu 10 Jahren auf Lager, was eine Reparatur vereinfacht. Bei sogenannten „Billiggeräten“ ist dies jedoch nur selten der Fall, was den günstigeren Einkaufspreis im Ernstfall relativiert. Wer für die eigenhändige Reparatur handwerklich nicht versiert genug ist, der kann auch ein Reparatur-Café in seiner Nähe aufsuchen, wo sich neben Hobby-Tüftlern und -Bastlern auch der ein oder andere Handwerker im Ruhestand einfindet. In der Regel ist die Reparatur dort kostengünstig oder gar kostenlos. Teurer ist dagegen die Inanspruchnahme eines professionellen Kundendiensttechnikers. Doch selbst dann, wenn die Reparatur sich finanziell nur wenig lohnt, kann sie aus Sicht des Umweltschutzes sinnvoll sein. Man sollte also nur bei alten Geräten mit größeren Schäden, deren Reparatur sich finanziell nicht lohnt, nach einer neuen oder gebrauchten und zugleich energieeffizienteren Waschmaschine Ausschau halten. Die defekte Waschmaschine sollte dann selbstverständlich sachgerecht entsorgt werden.

Toplader oder Frontlader?

Beim Toplader füllt man die Wäsche von oben ein, wodurch man keinen Schwenkbereich, also weniger Stellfläche benötigt als beim Frontlader. Daher eignen sich Toplader ideal für kleinere Bäder und Waschküchen. Zudem lassen sie sich bequem und rückenschonend befüllen und auch nach dem Programmstart kann man noch Wäsche hinzugeben bzw. entnehmen. So kann man empfindliche Kleidungsstücke schonen, indem man diese vor dem Schleudergang wieder herausnimmt. Die Nachteile des Topladers: Aufgrund der schmalen Bauweise ist das Fassungsvermögen der Wäschetrommel auf 5 bis 7 kg begrenzt. Zudem wird dem Toplader im Vergleich zum Frontlader weniger Laufruhe aufgrund stärkerer Vibrationen nachgesagt. Und: Der Toplader von Markenanbietern ist beim Anschaffungspreis meist etwas teurer als ein Frontlader.

Der Frontlader hat den Vorteil, dass man ihn problemlos unter eine Arbeitsplatte einbauen kann und damit eine Abstellfläche oberhalb des Gerätes erhält. Im Vergleich zum Toplader verliert man also am Boden Stellfläche, gewinnt jedoch auch welchen oberhalb der Waschmaschine, da hier der Deckel nicht nach oben geöffnet wird.  Frontlader gibt es auch mit einem Fassungsvermögen von 8 kg und mehr, wodurch dieser bei größeren Haushalten äußerst beliebt ist.

Die Füllmenge

Wieviel Wäsche in einem Haushalt gewaschen wird, hängt von der Größe des Haushaltes, der Menge der anfallenden Schmutzwäsche und von den Waschgewohnheiten ab.  Für Singles reicht in aller Regel eine Waschmaschine mit einem Fassungsvermögen von 3 kg. Zwei- und Drei-Personenhaushalte nutzen mehrheitlich Geräte mit einem Wäschetrommel-Volumen von 5 kg. Für vier- bis fünfköpfige Haushalte sollte man sich tendenziell eine 6- bzw. 8-Kilogramm-Maschine anschaffen. Für Großfamilien mit mehr als fünf Mitgliedern kommt gar ein noch größeres Gerät mit einem Fassungsvermögen von 9 – 12 kg in Betracht. Dies sind alles jedoch nur Richtwerte. Letztlich hängt die Menge verschmutzter Wäsche auch davon ab, ob neben der Alltags- auch Sport- und Arbeitskleidung regelmäßig mitgewaschen wird und natürlich davon, ab wann ein Kleidungsstück als schmutzig betrachtet wird. Im Zweifel sollte man sich beim Neukauf immer für eine Waschmaschine mit größerer Füllmenge entscheiden, denn in diese ist heutzutage in aller Regel die Funktion „Mengenautomatik“ integriert. Das bedeutet die Maschine erkennt von alleine die Wäschemenge und passt den Wasser- und Stromverbrauch dementsprechend an.  Das spart Geld und schont die Umwelt. Doch Vorsicht! Ohne diese Funktion führt eine zu große Wäschetrommel dazu, dass das Gerät häufig nur teilbeladen wird, was die Energieeffizienz schmälert und die Energiekosten unnötig in die Höhe treibt.

Die Schleuderkraft

Die Anzahl an Umdrehungen pro Minute korrespondiert mit dem Trocknungsgrad der gesäuberten Wäsche: Je mehr Umdrehungen, desto trockener wird die Wäsche. Doch zu hohe Umdrehungen können empfindliche Textilien beschädigen. Daher sollte das Gerät mindestens über zwei Stufen bei den Umdrehungen pro Minute (U/min) verfügen: eine für robuste Wäschestücke wie Handtücher (1.200 – 1.400 U/min) und eine für empfindlichere Wäschestücke wie Hemden (800 U/min). All jene, die ihre Kleidung in einem Wäschetrockner trocknen, sollten sich grundsätzlich eine Maschine mit einer zusätzlichen Schleuderleistung von 1.400 – 1.600 U/min anschaffen, denn je trockener die Textilien nach dem Waschgang sind, desto weniger Energie verbraucht anschließend der Wäschetrockner.

Die Energieeffizienz

Praktisch: Wer eine neue Maschine kaufen will, erhält durch das EU-Energielabel auf einen Blick alle wichtigen Informationen zur Energieeffizienz der Maschine. Die Energieeffizienz wird in den Kategorien D, C, B, A, A+, A++, A+++ angegeben. D bedeutet eine sehr schlechte, A+++ eine sehr gute Energieeffizienz. Da mittlerweile innerhalb der EU nur noch Waschmaschinen aus den Kategorien A+ bis A+++ neu verkauft werden dürfen, reduzieren sich die Auswahlmöglichkeiten. Das Umweltbundesamt empfiehlt uneingeschränkt den Kauf eines A+++-Gerätes. Doch selbst innerhalb dieser Kategorie gibt es Unterschiede beim Jahresverbrauch von bis zu 15 Prozent. Daher sollte man sich auch immer den genauen Verbrauch im Kleingedruckten anschauen und im Zweifel ausrechnen, welche Waschmaschine im Verbrauch mehr Geld einspart. Diesen Sparbetrag kann eine im Anschaffungspreis teurere Maschine mittel- oder langfristig günstiger machen als das preiswertere Modell mit höheren Betriebskosten.  Der Wasserverbrauch wird auf dem EU-Energielabel als Jahresverbrauch und im Standardprogramm Baumwolle 60°C bei voller Beladung angegeben. Diese Verbrauchswerte dienen als Grundlage zum Vergleich von Waschmaschinen aus derselben Energieeffizienzklasse mit identischer Füllmenge.

Die Programme


Zu den Standardprogrammen einer Waschmaschine gehören heute in aller Regel ein Baumwoll-, ein Feinwäsche-, ein Koch- bzw. Buntwäsche-, ein Pflegeleicht- und ein Wolle- bzw. Handwäsche-Programm. Hinzu kommen ein Eco-Modus, ein Kurzprogramm und eine Pause-Taste. Diese Waschprogramme reichen in aller Regel für einen Privathaushalt aus. Ausnahmen sind Haushalte, in denen größere Mengen spezieller Textilien regelmäßig gewaschen werden müssen. Hier können sich Spezialprogramme durchaus lohnen, denn durch ihre Verwendung wird die empfindliche Kleidung beim Waschgang geschont. So gibt es beispielsweise Spezialprogramme für besondere Textilien wie Seide, aber auch für bestimmte Kleidungsstücke wie Hemden oder Sportbekleidung. Vor dem Kauf einer Waschmaschine sollte man daher seinen Kleiderschrank genau unter die Lupe nehmen, um zu entscheiden, ob Spezialprogramme wirklich benötigt werden. Wer nur wenige Textilien hat, für die ein solches Programm in Frage kommt, kann diese alternativ in eine professionelle Wäscherei geben und so Geld beim Kauf der Maschine sparen.  Für berufstätige Singles oder Menschen mit wenig Zeit für das Erledigen von Hausarbeit ist die Funktion der Zeitvorwahl interessant, denn mittels dieser kann man genau festlegen, wann der Waschvorgang starten bzw. enden soll.  So ist sichergestellt, dass die Wäsche nicht allzu lange in der Maschine verweilt und zerknittert.

Marken oder No-Name-Produkt?

No-Name-Waschmaschinen haben in der Regel einen deutlich geringeren Preis bei der Anschaffung als Markenprodukte aus der gleichen Energieeffizienzklasse. Der Nachteil: geht das No-Name-Produkt nach ein paar Jahren einmal kaputt, kann es schwierig werden, die benötigten Ersatzteile zu erhalten. Zudem ist die Erreichbarkeit des Kundenservice einer No-Name-Marke oftmals schwierig, da die Hersteller, die meist aus Asien kommen, hierzulande kein breites Netz an Kunden-Support-Centern unterhalten. Markenhersteller haben dagegen einen Ruf zu verteidigen. Sie bieten mehrheitlich erstklassigen Support-Service und halten Ersatzteile viele Jahre vorrätig.