Diese Corona-Regeln gelten derzeit in Sachsen

Sachsen setzt in der Corona-Pandemie künftig verstärkt auf das 2G-System und will damit einen weiteren Schritt hin zu mehr Normalität gehen. Die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu gewähren, gilt seit 23. September etwa für die Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, Events von bis zu 5000 Personen, Hallenbäder, Saunen, Diskotheken und Clubs oder bei touristischen Busreisen. Die Regelung ist in der neuen Corona-Schutzverordnung als Optionsmodell formuliert.

Niemand sei verpflichtet, jeder könne das für sich selbst abwägen, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Wenn die Einrichtungen 2G nutzen, fallen Beschränkungen wie Maskenpflicht und das Abstandsgebot weg. Eine Einlasskontrolle ist Pflicht. Für Kinder unter 16 Jahren gilt das 2G-Modell nicht. Sie brauchen auch keinen Test, weil sie ohnehin in der Schule getestet werden. Ungeimpfte Beschäftigte der am 2G-Modell beteiligten Einrichtungen brauchen einen Test. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, bekommen keinen Einlass in 2G-Einrichtungen.

Es gibt aber auch Bereiche, in denen das Modell keine Anwendung findet: Dazu zählen der Einzelhandel, der öffentliche Personennahverkehr und körpernahe Dienstleistungen wie Friseure. Wer am 2G-Modell teilnimmt, muss das drei Tage vorher beim Gesundheitsamt anzeigen. Damit kann das Modell frühestens ab Sonntag angewendet werden.

Die neue Corona-Schutzverordnung gilt vom 23. September bis einschließlich 20. Oktober. Neben dem 2G-Modell wird auch die Hospitalisierungsrate als Gradmesser für Einschränkungen eingeführt. Diese gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit Corona innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden.

Regeln für Kita- und Schulbetrieb

Die Kitas und Schulen in Sachsen bleiben weiterhin im Regelbetrieb. Regelmäßige Corona-Tests und Maskenpflicht in bestimmten Bereichen bleiben bestehen, für Mädchen und Jungen gilt die Schulbesuchspflicht. Das sieht die vom Kabinett parallel zur Corona-Schutzverordnung verabschiedete Schul- und Kita-Coronaverordnung vor. Die Regeln gelten bis zum 20. Oktober.

An den Schulen sind zweimal pro Woche Corona-Tests vorgesehen. Die Selbsttests sollen weiterhin kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 gilt wie bisher an den weiterführenden Schulen Maskenpflicht im Unterricht. Geimpfte und Genesene sind prinzipiell von der Testpflicht befreit - ebenso Mädchen und Jungen in Krippen und Kindergärten. Eingeschränkter Regelbetrieb für Schulen und Kitas ist erst bei der sogenannten Überlastungsstufe vorgesehen. Also dann, wenn in Sachsen mindestens 1300 Krankenhausbetten auf den Normalstationen oder 420 Betten der Intensivstationen mit an Covid-19-Erkrankten belegt sind. Mehr Infos dazu gibt es hier.

NEUE CORONA-REGELN AB 22. OKTOBER

Trotz steigender Corona-Infektionszahlen plant Sachsen Erleichterungen bei Großveranstaltungen und Ausnahmen für Weihnachtsmärkte und Bergparaden. Auch die Maske im Unterricht soll ab dem 8. November fallen. Noch muss das Kabinett den Plänen zustimmen.

Sachsen plant in der Corona-Pandemie Ausnahmen für Weihnachtsmärkte und Bergparaden. Wenn es Infektionszahlen und Bettenauslastung zulassen, kann demnach auf gewisse Einschränkungen verzichtet werden. Zudem plant die Regierung nach den Herbstferien eine Schutzwoche mit strengeren Maßnahmen an den Schulen. Die neue Landesverordnung soll nach Anhörungen nächsten Dienstag beschlossen werden und vom 21. Oktober bis zum 17. November gelten. Das sind die geplanten Änderungen:

WEIHNACHTSMÄRKTE UND PARADEN: Zwar gelten grundsätzlich die Regeln für Großveranstaltungen, Gesundheitsämter können aber Ausnahmen für Bergparaden und Weihnachtsmärkte zulassen: Bis zum Erreichen der sogenannten Vorwarnstufe kann auf Regeln wie etwa 3G (Geimpfte, Genesene, Getestete), Kontakterfassung und Besucher-Höchstgrenzen verzichtet werden. Notwendig ist allerdings ein genehmigtes Hygienekonzept, nach dem sich auch die Kontrollen richten. Köpping sprach von mehr Verantwortung für die Kommunen. Die Vorwarnstufe greift dann, wenn 650 Betten auf den Normalstationen oder 180 Betten auf den Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Ist diese kritische Schwelle überschritten, können die Märkte in Flanier- und Verweilbereiche aufgeteilt werden. Wird der Zutritt in den Verweilbereichen - wo gegessen oder getrunken wird - auf maximal 1000 Besucher beschränkt, kann ebenfalls auf Maskenpflicht, Kontakterfassung und 3G-Regel verzichtet werden.

BETTENBELEGUNG: Die Bettenbelegung soll in der neuen Verordnung eine größere Rolle spielen und allein als kritischer Schwellenwert ausreichen, um schärfere Maßnahmen einzuführen. Damit will der Freistaat im Fall eines Anstieges der Infektionszahlen schneller reagieren können.

VERANSTALTUNGEN: Für das 2G-Optionsmodell - also genesen oder geimpft - soll die Beschränkung auf maximal 5000 Besucher bei Veranstaltungen entfallen. Geplant ist das für den Innen- und Außenbereich.

MASKE IM UNTERRICHT: Sachsen will an den Schulen weiterhin auf regelmäßige Tests setzen. Es bleibe eine zentrale Säule in der Pandemie, betonte Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Derzeit sind drei von rund 1400 öffentlichen Schulen coronabedingt geschlossen. Flächendeckende Schulschließungen gebe es nicht, betonte Piwarz. Nach den Herbstferien will Sachsen mit einer «Schutzwoche» einen Anstieg der Infektionen durch Urlaubsrückkehrer vermeiden. In dieser Zeit ist Maske im Unterricht Pflicht, es wird intensiver getestet. Danach - ab dem 8. November - müssen Schüler ab der 5. Klasse keine Maske mehr im Unterricht tragen. Derzeit ist ein Mund-Nasen-Schutz an den weiterführenden Schulen noch Pflicht.