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23.09.2015 - 11:40 Uhr   |   Dresden, Sachsen

Schüler bei Pegida-Demo bedroht - Pegida widerspricht


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(Foto: Archiv dpa)

Am Montagabend sind Kinder vor dem Schauspielhaus von Teilnehmern der Pegida-Demonstration bedroht und beleidigt worden. Wie eine Sprecherin des Schauspielhauses mitteilte, seien etwa 100 Kinder nach dem Ende der Vorstellung aus dem Haus gekommen. Zeitgleich sei der Demonstrationszug von Pegida am Haus vorbeigezogen.

Kinder seien als "faules Pack" beschimpft worden, Demonstranten riefen "macht euch in die Schule" oder "schämt euch". Zudem sind einige Teilnehmer aus dem Demonstrationszug auf Kinder zugegangen, haben vor ihnen ausgepuckt, hätten sie mit brennende Zigaretten bedroht und als Drohgeste Handschuhe angezogen. Einige Schüler riefen daraufhin in den Arkaden des Schauspielhaues "Nazis raus", sagte Ralf Seifert vom Organisationsteam des Schultheater-Festivals. Pegida-Gründe Lutz Bachmann dementierte die Vorwürfe in einer ersten Reaktion. "Ich kann mir das von unserer Seite nicht vorstellen", sagte Bachmann unserem Sender (vollständiges Statement unten).

Zahlreiche Kinder haben körperlich heftig reagiert und bitterlich geweint, teilte Seifert mit. Man habe die Kinder dann schnell ins Schauspielhaus geholt und die Vorfälle diskutiert. Für Dienstagabend wurde kurzfristig eine weitere Info- und Diskussionveranstaltung mit "Dresden für alle" im Kleinen Haus organisiert. Das Schultheaterfestival solle dennoch wie geplant weiter laufen. Beim Schultheater-Festival der Länder gastieren mehrere hundert Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet in Dresden. Am Montagabend hatten Schüler aus Hamburg ihr Stück aufgeführt.

Kultusministerium veröffentlich offenen Brief

Das Kultusministerium verurteilte die Vorfälle in einem undefinedoffenen Brief (siehe unten). Schauspielhaus Intendant Wilfried Schulz teilte mit: „Wir sind entsetzt und beschämt. So etwas darf auch in Dresden nicht passieren. Wenn Kinder und Jugendliche, die zu Gast in unserer Stadt sind, beschimpft und bedroht werden, wird eine menschliche und moralische Grenze überschritten. Wir hoffen, dass viele Menschen innehalten und nachdenken“.

Anzeige ist nicht erstattet worden, hieß es. Körperlich verletzt worden sei niemand. Der Dresdner Polizei liegen keine näheren Informationen zu den Vorfällen vor, sagte Sprecher Thomas Geithner. Dem Einsatzleiter von Montagabend sind keine entsprechenden Vorfälle angezeigt worden. Lediglich von verbalen Auseinandersetzungen sei die Rede gewesen, sagte Geithner am Mittwochabend auf Nachfrage. Wie Ralf Seifert vom Veranstaltungsteam sagte, sei niemand zu Schaden gekommen, Lehrer und Schüler, seien aber entsetzt gewesen.

Lutz Bachmann dementiert: "Ich kann mir das nicht vorstellen"

"Ich kann mir das von unserer Seite nicht vorstellen", sagte Pegida-Gründer Lutz Bachmann. "Ich weiß nur von einer verbalen Auseinandersetzung", sagte Bachmann auf unsere Anfrage am Telefon. Unsere Seite habe Anzeige erstattet, weil geschrien wurde "euch Nazi sollte man alle vergasen". Pegida ist prinzipiell immer friedlich gewesen, sagte Bachmann. Auch in der Nachbesprechung sei von Polizeiseite von nichts die Rede gewesen. Das ganze werde hochgepuscht, sagte Bachmann.

Polizei: "Verbale Auseinandersetzungen, keine Anzeigen"

Wie ein Polizeisprecher abschließend am Abend auf Nachfrage unserem Sender sagte, gebe es von keiner Seite eine Anzeige. Es gab verbale Auseinandersetzungen, es gab aber keine Bedrohung im Sinne des Strafgesetzbuches. Die Situation sei für die Kinder aber durchaus verstörend und bedrohlich gewesen.

Pegida-Anhänger widersprechen Darstellung

Zahlreiche Pegida-Anhänger meldeten sich per E-Mail und telefonisch und widersprachen der Darstellung des Kultusministerium. Zum Beleg wurde auch ein undefinedkurzes Video des Demonstrationszuges am Schauspielhaus veröffentlicht (siehe unten).

Sigrid W. schreibt: "Ich war vor dem Schauspielhaus als die Kinder rauskammen, kein Pegida-Anhänger hat sie angegangen im Gegenteil die Provokation kam von der anderen Seite."

Annett B. schreibt in einer E-Mail:

"Ich nehme seit fast 1 Jahr an der Pegida Bewegung teil und es gab noch nie Übergriffe und Gewalt von unserer Seite. Allerdings mussten wir uns ständig Beschimpfungen anhören und uns beschützen lassen."

Jens M., der das Video gefilmt hat, schreibt dazu:

Diese (die Kinder) standen mit "Nazis raus" Schildern am Schauspielhaus und ich habe keine Kinder weinen sehen. Im Video können Sie hören, wie selbst die Polizisten zu den PEGIDA Teilnehmern sagten: "geht weiter, lasst euch nicht provozieren."


(Redaktioneller Hinweis: Der Artikel wird bei neuen Informationen ergänzt. Das Statement von Lutz Bachmann wurde ergänzt. Zudem wurden weitere Informationen des Polizeisprecher am Abend ergänzt. Am Mittwochvormittag wurde der Artikel um die Videos und die Reaktionen von Demo-Teilnehmern ergänzt. Unser Sender ist Medienpartner des Schultheater-Festivals.)


undefinedOffener Brief des Kultusministeriums an die Gäste des Festivals der Schultheater der Länder

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Gäste des Festivals der Schultheater der Länder,

wir

haben Euch nach Dresden eingeladen und willkommen geheißen, um mit Euch

gemeinsam das Festival der Schultheater der Länder zu feiern. Aus

vielen Bundesländern seid Ihr zu uns gekommen und wolltet mit viel

Freude in Dresden Theater spielen. Doch unsere Gastfreundschaft wurde

von Pegida-Demonstranten mit Füßen getreten. Wir sind entsetzt und

betroffen, dass Ihr am gestrigen Montagabend vor dem Schauspielhaus

Dresden von Pegida-Demonstranten angegriffen, beleidigt und bedroht

worden seid. Wir verurteilen die Angriffe auf Euch zu tiefst. Es ist

beschämend und spricht Bände für emotionale Armut und Kleingeistigkeit

dieser Menschen, die Euch bedroht haben.

Ihr steht für eine

andere Gesellschaft. Das diesjährige Festival der Schultheater der

Länder steht unter dem Motto »Forschendes Theater«. Diese Theaterarbeit

setzt sich mit der Wirklichkeit fragend und suchend, neugierig und offen

auseinander. Haltet daran fest. Lasst Euch nicht von der

Kleingeistigkeit der Pegida-Demonstranten verunsichern.

Um die

Geschehnisse mit Euch aufzuarbeiten, haben wir Vertreter des Netzwerkes

»Dresden für Alle« heute Abend eingeladen. In zwei Gesprächsrunden soll

das Erlebte mit Euch aufgearbeitet werden. Lasst uns gemeinsam für eine

freie und offene Gesellschaft eintreten.

Dirk Reelfs
Pressesprecher des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus






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